Katastrophen, Konflikte, Klimawandel und jetzt auch noch das Corona-Virus haben
Millionen Menschen ins Elend gestürzt. Es drohten sogar Hungersnöte, nachdem man gedacht habe, solche Katastrophen würden endgültig der Vergangenheit angehören, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock.
Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass im nächsten Jahr mehr Menschen Hilfe und Unterstützung brauchen als je zuvor: Insgesamt 235 Millionen Menschen, ein Anstieg von 40 Prozent innerhalb eines Jahres. Vor einem Jahr waren es 168 Millionen, im Jahr davor 146 Millionen Menschen.
Das UN-Nothilfebüro (OCHA) macht die Tragweite der Not mit einem Vergleich anschaulich:
Wenn alle Notleidenden in einem Land lebten, wäre dies nach Einwohnern der fünftgrößte Land der Welt. Es hätte mehr als zweieinhalb mal so viele Einwohner wie Deutschland.
Die Vereinten Nationen wollen nächstes Jahr 160 Millionen Menschen in 56 Ländern helfen. Um die anderen kümmern sich Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz. Die geplanten UN-Programme zur Versorgung mit Nahrungsmitteln, Zufluchtsorten und medizinischer Hilfe kosten zusammen 35 Milliarden Dollar (gut 29 Mrd Euro). Dieses Jahr lag der Bedarf nach mehreren Ergänzungen auch wegen der Corona-Pandemie bei fast 39 Milliarden Dollar. Davon waren aber bis Ende November erst knapp 45 Prozent zusammengekommen.
„Die Ergebnisse von Jahrzehnte langer Entwicklung sind durch das Corona-Virus umgestoßen worden“, heißt es in dem Bericht.
Erstmals seit den 90er Jahren werde die Zahl der Menschen steigen, die extrem arm seien. Die Lebenserwartung werde in vielen Ländern fallen.
Sarah Cames