Der kontrollfreie Schengen-Raum in Europa muss nach Ansicht von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen stärker geschützt werden.
Die unkoordinierten Grenzschließungen zu Beginn der Corona-Krise hätten gezeigt, dass Europa zum Stillstand komme, wenn Schengen nicht funktioniere, sagte von der Leyen am Montag zu Beginn eines Schengen-Forums mit Innenministern europäischer Staaten sowie Vertretern des Europaparlaments.
„Es mag paradox klingen, aber diese Erfahrung hat mich zuversichtlich für die Zukunft von Schengen gemacht“, sagte von der Leyen. Schengen sei „zu kostbar für uns alle. Wir werden nicht zulassen, dass es scheitert.“ So könnten etwa Unternehmen im Binnenmarkt Waren für Just-in-time-Lieferketten transportieren und viele Menschen hätten grenzüberschreitende Verbindungen aufgebaut.
„Tatsache ist, dass die Herausforderungen, denen Schengen heute gegenübersteht, nicht die gleichen sind wie vor 25 Jahren“, so von der Leyen. Im Mai will die EU-Kommission eine Schengen-Strategie vorlegen. Nach mehreren Terror-Anschlägen in den vergangenen Monaten - etwa in Nizza und Wien - hatten Spitzenpolitiker wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine
Reform des Schengen-Raums gefordert.
Sarah Cames