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Geht es nach Italien und Frankreich, wird es dieses Jahr ein Weihnachten ohne Skifahren geben.

Streit um Ski-Saison während Corona

19:40
24.11.2020
Italiens Vorstoß über einen späteren Start der Wintersportsaison in der EU sorgt für Streit unter den Alpenländern. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte will Skigebiete angesichts der Corona-Pandemie mindestens bis zum 10. Januar geschlossen halten. 

Italien strebt demnach in Abstimmung unter anderem mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron einen europäischen Fahrplan zur schrittweisen Öffnung der Skigebiete an. Einigkeit herrscht unter den Regierungschefs Medienberichten zufolge darüber, dass unkoordinierte und zu schnelle Öffnungen wie im Sommer ein Fehler wären.

Österreich, das seit Monaten betont, die Skigebiete mit entsprechenden Vorkehrungen um jeden Preis öffnen zu wollen, reagierte dagegen am Dienstag mit vehementer Ablehnung. Finanzminister Gernot Blümel forderte Entschädigungen in Milliardenhöhe von der EU, falls Skilifte tatsächlich über die Weihnachtsferien stillstehen sollen.  

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unterstützte den italienischen Vorstoß. „Wenn wir Grenzen offen halten wollen, brauchen wir auch eine klare Übereinkunft, was das Skifahren betrifft. Ansonsten wird es eine schwierige Entwicklung“, sagte er am Dienstag in München. Wer in Risikogebieten Skifahren gehe, müsse zehn Tage in Quarantäne.  

Emmanuel Macron erklärte am Dienstagabend, dass eine Wiederöffnung der französischen Skigebiete in diesem Jahr ausgeschlossen sei.
Er wolle lieber einen Termin im Januar und sich davor mit europäischen Partnern austauschen.

Jörg Tschürtz