In Luxemburg hat sich der Anstieg der Corona-Infektionszahlen nach Angaben des Luxembourg Institute of Health (LIH) verlangsamt: „
Die Zahlen stabilisieren sich im Moment, wenn auch auf hohem Niveau“, sagte der Direktor des Gesundheitsinstituts, Ulf Nehrbass, der Deutschen Presse-Agentur. Luxemburg sehe sich damit auf dem „richtigen Weg“ und sei „sehr verhalten optimistisch“, die Lage in den Griff zu bekommen. „Wir sind ganz klar in der zweiten Welle“, sagte Nehrbass, der auch Sprecher der Covid-19 Task Force in Luxemburg ist.
Am vergangenen Freitag waren noch 144 Neuinfektionen registriert worden, am Samstag waren es 83, am Sonntag dann 35. Bereits gut 400.000 Einwohner und Nicht-Ansässige sind getestet worden.
Vor zwei Wochen war Luxemburg vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Corona-Risikogebiet erklärt worden, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Die hohen Zahlen hingen unter anderem damit zusammen, dass Luxemburg flächendeckend teste, sagte Nehrbass.
Die Lage in Luxemburg sei nicht kritischer als in Deutschland oder in Frankreich, so der Experte. Dadurch, dass das Großherzogtum sehr viel teste (Large-Scale Testing), „haben wir ein Schauglas: Wir sehen tatsächlich, was sich in der Bevölkerung abspielt“. So könne man gezielt Infektionsketten unterbrechen.
Ohne umfassende Tests und miteinbezogene Grenzgänger hätte Luxemburg „deutlich geringere Zahlen“. Derzeit kämen jeden Tag zwischen 60 bis 100 neue Fälle dazu.
Die Einstufung vom RKI als Risikogebiet mache Luxemburg zu schaffen. „Was uns trifft, ist, wie unreflektiert das geschehen ist. Ohne Nachfrage, ohne Diskussion und völlig unvermittelt.“
Jörg Tschürtz