Luxemburg scheint derzeit bei den Nachbarn als Urlaubsziel an Beliebtheit zu gewinnen. Kein Wunder: Während in Belgien, Deutschland und Frankreich das öffentliche Leben wegen der rasanten Verbreitung des Corona-Virus teils stark heruntergefahren wurde, bleibt das Großherzogtum weiterhin "open for business": Die Geschäfte und Einkaufszentren sind geöffnet, auch in Hotels, Restaurants und Cafés stehen die Türen weit offen.
Dabei steht das Großherzogtum bei den täglichen Neuinfektionen derzeit so schlecht da wie kein anderes Land in Europa: Nach den jüngsten Zahlen der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es hierzulande statistisch 1316,8 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. Auch die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 ist zuletzt markant angestiegen. Trotzdem sieht Premierminister Xavier Bettel derzeit keinen Anlass, um weitere Maßnahmen zu setzen.
Die Regierung propagiert stattdessen lieber das Bild von Luxemburg als "lockdown-freies" Urlaubsparadies. Familienministerin Corinne Cahen (DP) teilte am Samstag über Twitter eine aktuelle Reise-Reportage des französischen TV-Senders TF1 über Ausflugsziele in Luxemburg. Der Journalist von TF1 begab sich unter anderem in die Hauptstadt, in das Müllerthal und nach Esch-Belval – und kam aus dem Staunen nicht heraus.
Idyllische Wanderwege, volle Einkaufsstraßen und Cafés, kostenloser öffentlicher Transport, diese besondere Mischung aus Urbanität und Provinz – und so viele Frankreich-Bezüge. "Le Luxembourg était français un moment?", fragt der Reporter beim Rundgang durch die Hauptstadt – und fühlt sich offenbar fast schon wie zuhause.