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Mehr als eine Million Corona-Fälle in Mexiko

07:37
15.11.2020
Als elftes Land der Welt hat Mexiko die Marke von einer Million nachgewiesenen Coronavirus-Fällen überschritten. Nach neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Samstag (Ortszeit) waren in den vorherigen 24 Stunden 5.860 neue Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden. Die Gesamtzahl liegt damit bei 1.003.253.

Es kamen zudem 635 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung hinzu. Hier stieg die Gesamtzahl auf 98.259 - den vierthöchsten Wert der Welt. Allerdings geht die Regierung wegen einer hohen Übersterblichkeit nach eigenen Angaben davon aus, dass in Wirklichkeit etwa 50.000 mehr Menschen in Mexiko im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben sind als in der offiziellen Statistik ausgewiesen.

Auch die wahre Zahl der Corona-Fälle in dem nordamerikanischen Land - mit knapp 130 Millionen Einwohnern an 10. Stelle der bevölkerungsreichsten Länder der Welt - dürfte wesentlich höher liegen, da dort nur sehr wenig getestet wird.

Mexiko kehrte in den vergangenen Monaten immer mehr zur Normalität zurück - viele wegen der Pandemie geschlossenen Betriebe machten wieder auf. Da in Mexiko-Stadt, einer der größten Städte der Welt, die Auslastung der Krankenhausbetten zuletzt stieg, könnten dort jedoch bald wieder Einschränkungen verhängt werden. Einen Lockdown hat es in Mexiko aber nie gegeben.

Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador hat seit Monaten immer wieder die Gefahr durch das Virus heruntergespielt und behauptet, sein Land habe dieses „gebändigt“. Mit Maske zeigt er sich so gut wie nie.

Jörg Tschürtz

Experten in Italien sehen Corona-Ausnahmen für Weihnachten skeptisch

16:22
14.11.2020
Angesichts der aktuellen Corona-Lage haben Experten des italienischen Gesundheitsministeriums die Hoffnung auf Ausnahmen von den Corona-Regelungen für das Weihnachtsfest gebremst. Man könne nicht denken, dass Weihnachten eine Ausnahme darstellt, sagte der Präsident des Gesundheitsrates, Franco Locatelli, am Samstag. Natürlich sei daran gelegen, den Reproduktionswert (R-Wert) so niedrig wie möglich zu bekommen, aber es sei nicht daran zu denken, dann zu den gewohnten Festlichkeiten überzugehen.

Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt - und gibt damit Auskunft darüber, ob das Infektionsgeschehen zunimmt oder abflaut. Dem jüngsten Ministeriumsbericht zufolge war er auf 1,43 gesunken. Die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag demnach für den Zeitraum 2. bis 8. November bei 330. Zum Vergleich: Das Robert Koch-Institut gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland am Freitag mit rund 140 Fällen pro 100.000 Einwohner an.

Die italienischen Behörden meldeten am Samstag rund 37.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Tags zuvor wurde mit knapp 41.000 ein neuer Höchstwert erreicht. Ebenso wurden weitere Verschärfungen für einige Regionen beschlossen. Der Großteil der Menschen in Italien ist damit von strengen Ausgangsbeschränkungen betroffen.

Die italienische Regierung stuft alle Regionen in eine von drei Risikostufen ein. Sieben Regionen werden nun als Rote Zonen geführt, darunter Bozen-Südtirol, die Toskana und das südlich gelegene Kampanien mit der Stadt Neapel. Dort herrscht gewissermaßen ein Lockdown. Neun Regionen liegen in der mittleren Zone, wo die Ausgangssperre nur von 22 bis 5 Uhr gilt und freie Bewegung innerhalb der eigenen Kommune möglich ist. Zu der Zone mit den lockersten Regelungen zählt etwa Latium und die Hauptstadt Rom. Hier haben Bars und Restaurants noch mit Einschränkungen geöffnet.

LW-Springer