Am Dienstagmorgen beschrieb Professor Paul Wilmes, stellvertretender Sprecher der Covid-19 Task-Force, im RTL-Interview die aktuelle Infektionslage als "prekär". Die kommende Woche sei ausschlaggebend darüber, ob man das Virus schnell wieder unter Kontrolle kriegen könne.
In einem am Freitag verfassten und am Montag veröffentlichten Bericht warnte Research Luxembourg vor rund 1400 täglichen Neuinfektionen bis Mitte November - berücksichtige man auch die Zahlen des Wochenendes, falle die Projektion allerdings noch düsterer aus, so Wilmes.
Wilmes stimmte allerdings optimistisch, dass die Straßen bereits leerer werden und die Bevölkerung die Warnung der Regierung offenbar zu Herzen genommen habe. Wie genau die Maßnahmen die Infektionszahlen beeinflussen werden, sei momentan noch nicht absehbar: "Man soll sich natürlich an das Minimum halten, aber tut mehr!", so Wilmes in einem Appell an die Bevölkerung.
Auf die Frage, ob man mit den aktuellen Maßnahmen einen erneuten Lockdown umgehen könnte, konnte Wilmes keine definitive Antwort geben. "Wenn diese Maßnahmen nicht greifen, dann bleibt uns nicht mehr viel Handlungsfreiraum."
Die rezentesten Abwasserproben seien Grund zur Besorgnis: "Wir haben momentan Werte, die etwa viermal höher sind als im März oder im April", so Wilmes. Man gehe davon aus, dass die Dunkelziffer derzeit ebenfalls etwa viermal höher liege, als die Zahl der bekannten Fälle.