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Anwerbung ausländischer Pflegekräfte stockt wegen Corona

07:10
04.08.2020
Wegen der Corona-Krise ist die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte ins Stocken geraten. Im Sommer vor einem Jahr hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) entsprechende Initiativen im Kosovo, auf den Philippinen und in Mexiko gestartet, weil in Deutschland Fachkräfte in der Pflege fehlen. Aufgrund der Pandemie seien die Maßnahmen zur Anwerbung auf den Philippinen und in Mexiko derzeit auf unbestimmte Zeit unterbrochen, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. «Ursprünglich war ab dem zweiten Quartal 2020 die Einreise der ersten zusätzlich angeworbenen Pflegefachkräfte vorgesehen.»

Eine Einreise aus dem Kosovo und weiteren Westbalkan-Staaten nach Deutschland sei auch aktuell grundsätzlich möglich. Amtliche Zahlen über die Zuwanderung von Pflegefachkräften aus den drei genannten Ländern gibt es nach Ministeriumsangaben für 2019 und 2020 aber noch nicht.

In der Pflege arbeiten laut Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 1,7 Millionen Menschen, fast 40 000 Stellen sind aber unbesetzt. In der Altenpflege dauere es 205 Tage, um eine freie Stelle mit einer Fachkraft zu besetzen, in der Krankenpflege 174 Tage. Zudem gehe etwa 40 Prozent des heutigen Fachpersonals in den nächsten zehn bis zwölf Jahren in Rente, sagte Peter Tackenberg, der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe unter Berufung auf Auswertungen der Pflegeberufekammern der dpa. «Die Lage ist weiterhin sehr angespannt. Der Arbeitsmarkt ist quasi leergefegt.»

Mit der Anwerbung von Personal im Ausland soll die Lage entschärft werden. Entsprechende Programme führt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zusammen mit der Bundesagentur seit mehreren Jahren durch. Spahn hatte im vergangenen Jahr zusätzlich eine weitere Initiative gestartet. Eine neue Fachkräfteagentur (Defa) wurde gegründet, um Pflegefachkräfte schneller nach Deutschland zu holen. Die Agentur mit Sitz in Saarbrücken kümmert sich um Visaanträge, die Anerkennung von Berufserlaubnissen, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse.

Wie Spahns Ministerium nun mitteilte, hat die Defa inzwischen für mehr als 1300 Pflegefachkräfte - vor allem von den Philippinen und aus Mexiko - entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen. Weitere Vereinbarungen befänden sich in Vorbereitung. Nach dem Ende der Pandemie solle eine größere Zahl von internationalen Pflegefachkräften «zeitnah nach Deutschland einreisen und zügig eine Tätigkeit als Pflegefachkraft aufnehmen» können, hieß es weiter.

Nach Ansicht des Pflegeberufe-Verbandes müsste an anderer Stelle angesetzt werden: «Wir haben nicht einen Mangel an Pflegefachpersonen in Deutschland, sondern einen Mangel an Pflegefachpersonen, die in der Pflege arbeiten wollen», sagte Tackenberg. Zehntausende hätten den Beruf frustriert verlassen und wären wieder zurückzugewinnen, wenn sich Arbeitsbedingungen und Belastung spürbar verbesserten. Er nannte die Schaffung von deutlich mehr Stellen, bessere Bezahlung und eine bessere Organisation der pflegerischen Arbeit.

(dpa)

Teamviewer legt bei Umsatz und Gewinn wegen Krise deutlich zu

05:42
04.08.2020
Der Softwareanbieter Teamviewer profitiert weiter von einer hohen Nachfrage in der Corona-Pandemie. Im zweiten Quartal legte der Umsatz um 21 Prozent auf 114,7 Millionen Euro zu, wie das MDax-Unternehmen am Dienstag in Göppingen mitteilte. Teamviewer hatte bereits mitgeteilt, dass die in Rechnung gestellten Umsätze zwischen April und Ende Juni um 45 Prozent auf 105,9 Millionen Euro geklettert waren - darin bezieht das Unternehmen die laufende künftige Umsätze aus abgeschlossenen Verträgen ein, um die Nachfrage besser darstellen zu können. Allerdings war das Neugeschäft im ersten Quartal noch deutlich stärker gewachsen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg im vergangenen Quartal um 60 Prozent auf 57,3 Millionen Euro, der Gewinn unterm Strich um 58 Prozent auf 30,3 Millionen Euro. Die Jahresprognose bestätigte das Management.

(dpa)

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