Letztes Update:
20201019123113

77 neue Corona-Infektionen im Südwesten

16:39
29.07.2020
Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf mindestens 37 124 gestiegen. Am Mittwoch wurden 77 neue Fälle gemeldet, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Etwa 34 340 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 939 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde mit 1845 an, das waren zwei mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg nun mit 0,89 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

(dpa/lsw)

«Große Sorgen» - Gemeinden mit Badeseen wachsam vor heißem Wochenende

14:34
29.07.2020
Hochsommerliche Temperaturen am Wochenende und Sorgen um die Einhaltung der Corona-Bestimmungen veranlassen Polizei und Gemeinden an den großen Seen im Land zu erhöhter Wachsamkeit. Um die Hygiene- und Abstandsregeln auch bei sehr großem Besucherandrang einhalten zu können, wird die Gemeinde Sipplingen am Bodensee von diesem Freitag an «vereinzelte Bereiche der Uferanlagen sowie des Westhafens sperren». Diese Sperrungen gelten bis zum 15. September von Freitag bis Sonntag von jeweils 11.00 bis 17.00 Uhr.

Zudem behält sich Bürgermeister Oliver Gortat vor, die Stellen auch von Montag bis Donnerstag zu diesen Zeiten dicht zu machen, falls die Mindestabstände auch dann nicht mehr eingehalten werden können. «In den letzten Wochen konnte im Bereich unserer Uferanlagen eine Entwicklung beobachtet werden, die mir große Sorgen bereitet. Das betrübt mich und macht mich zugleich auch wütend», sagte Gortat.

Von ähnlichen Diskussionen habe er auch in anderen See-Gemeinden gehört, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ravensburg am Mittwoch. Wegen der längeren Uferlinie am Bodensee sei die «Gesamtthematik aber nicht so dramatisch wie am Breitenauer See». Dieser See bei Obersulm (Kreis Heilbronn) ist seit vergangenem Freitag gesperrt.

Konstanz beabsichtigt noch keine Sperrung seiner Strandbäder. Sollte die Zahl der Badegäste aber zu groß werden, könne es eventuell Begrenzungen geben, erklärte ein Sprecher.

Auch im Schwarzwald sprechen die Verantwortlichen noch nicht über Sperrungen am Titisee, Schluchsee oder dem Windgfällweiher, behalten die Entwicklungen aber genau im Blick. «Wir erwarten auch weiter ein sehr hohes Besucheraufkommen», sagte ein Sprecher der Polizei Titisee-Neustadt. Die Polizei werde daher am Wochenende zusätzliche Streifen an den Seen einsetzen, um auch die Einhaltung der Hygienebestimmungen zu kontrollieren. Das gelte zunächst für die kommenden vier bis fünf Wochenenden.

Auch am beliebten Baggersee in Kirchentellinsfurt bei Tübingen herrscht wegen der erwarteten Temperaturen von mehr als 30 Grad Wachsamkeit. «Wir müssen dieses Wochenende abwarten. Wenn wir dann erkennen, es geht nicht mehr, kann es sein, dass wir den See sperren», sagte Bürgermeister Bernd Haug. Der Parkplatz sei wegen der Corona-Krise ohnehin schon geschlossen. Eine Sperrung des Sees wolle er jedoch möglichst vermeiden, meinte Haug.

Die Karlsruher Polizei erwartet an den Bagger- und Badeseen der Region ebenfalls großen Zulauf. Besonders am Epplesee in Rheinstetten (Kreis Karlsruhe) könnte es am Sonntag problematisch werden. Bis zu 10 000 Menschen tummeln sich dort an heißen Sonntagen. Zum Problem wird das für die Gemeinde und die Polizei «wegen der Masse und dem Benehmen», erklärte ein Polizeisprecher.

Noch hoffen Stadt und Ordnungshüter auf die Wirksamkeit des neuen Verkehrskonzepts. Es sieht eine stufenweise Sperrung der Zufahrtsstraßen und saftige Strafen für Falschparker vor - und ist die Vorstufe für eine Sperrung des Sees.

(dpa/lsw)

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