Die Gesundheitsämter können nach Einschätzung des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, BVÖGD, keine verpflichtende Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten an Flughäfen durchführen. Man habe keine Kapazitäten für die geplanten Abstrichzentren, sagte die BVÖGD-Vorsitzende Ute Teichert im Radioprogramm SWR Aktuell. „In der Durchführung gibt es viel zu wenig Personal in den Gesundheitsämtern. Das hat sich auch durch die Corona-Krise leider nicht geändert.“ Man sei bereits mit den originären Aufgaben ausgelastet. Dazu gehöre zum Beispiel, dass bei neuen Corona-Hotspots die Kontaktpersonen ermittelt werden müssten.
Teichert empfahl für die verpflichtenden Tests eigenes Personal einzustellen. Zuständig könnten die Kassenärztliche Bundesvereinigung und regionale Verantwortliche sein. „Da hat es in der Vergangenheit schon die Organisation von verschiedenen Abstrichzentren gegeben. An diese Pläne wird man jetzt wahrscheinlich wieder anknüpfen müssen.“
Die Einführung der verpflichtenden Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten schon ab der kommenden Woche beurteilt die BVÖGD-Vorsitzende skeptisch. Vor allem die Kontrolle von Reisenden, die mit dem Auto nach Deutschland zurückkehrten, schaffe große Probleme. „Wo wollen sie die denn erwischen“, gab Teichert in SWR Aktuell zu bedenken. „Da müssen Sie ja überall Grenzkontrollen einführen. Das wird sicherlich noch einmal sehr herausfordernd.“