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Kassenärzte: Krankschreibungen wieder per Telefon ermöglichen

13:36
30.09.2020
Die Kassenärzte machen sich angesichts steigender Corona-Infektionszahlen dafür stark, im Herbst und Winter auch wieder Krankschreibungen per Telefon zu ermöglichen. «Dieses Instrument hat die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet», sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, am Mittwoch. Damit könne man schneller agieren, wenn es regional hohe Corona-Fallzahlen und Überschneidungen mit Symptomen von Grippe- und Erkältungskrankheiten gebe.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte, die Praxisteams stünden bereit, auch die kommenden Wochen und Monate zu meistern. «Es gibt viele Möglichkeiten, die wir einsetzen können: Fiebersprechstunden, Schwerpunktpraxen oder auch eigenständige Covid-19-Einrichtungen.» Über passgenaue Lösung sollte regional entschieden werden. «Die Anforderungen und Behandlungsoptionen in der ländlichen Fläche stellen sich anders dar als in der Großstadt». Gassen betonte: «Schon jetzt werden 19 von 20 Covid-19-Patienten ambulant behandelt.»

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat bereits in einem Grundsatzbeschluss festgelegt, dass bei steigenden Infektionszahlen Sonderregeln für Patienten auch regional ermöglicht werden sollen - etwa Krankschreibungen per Telefon ohne Praxisbesuch. Konkrete Ausnahmeregelungen, die räumlich und zeitlich begrenzt sind, muss der G-BA dann aber noch gesondert beschließen.

(dpa)

Foto: Sebastian Gollnow (dpa)

Kretschmann weist Vorwürfe der Geldverschwendung zurück

13:34
30.09.2020
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält die schuldenfinanzierten Ausgaben im Kampf gegen die Corona-Krise für unverzichtbar. Es könne nicht die Rede davon sein, dass die Regierung das Geld hinauswerfe, sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch im Landtag. Die Opposition müsse sagen, wo Geld überflüssig ausgegeben werde. «Ich bin sehr gespannt auf die großen Streichungsvorschläge der Opposition.» SPD und FDP werfen der Landesregierung angesichts von Rekordschulden Verschwendung vor. Grün-Schwarz nutze die Corona-Krise als Deckmantel, um Wahlgeschenke zu finanzieren, sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.

Die Abgeordneten berieten am Mittwoch erstmals über den milliardenschweren Nachtragshaushalt. Darin enthalten sind ein 1,2 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm. 800 Millionen Euro sollen für den Fall einer zweiten Corona-Welle zurückgehalten werden. Die Nettoneuverschuldung im aktuellen Doppelhaushalt 2020/2021 dürfte sich insgesamt auf knapp 14 Milliarden Euro belaufen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Schuldenstand des Landes von 45 Milliarden Euro wäre das ein Zuwachs von mehr als 30 Prozent.

«Ich gebe zu, da kann es einem schon mal im flau im Magen werden», sagte Kretschmann. Das Land müsse aber vor einer zweiten Corona-Welle geschützt werden, aus der konjunkturelle Krise geführt werden und den Strukturwandel meistern. Er sprach vom Nachtragshaushalt als gute Gemeinschaftsleistung, die Grüne und CDU zusammen hinbekommen haben.

(dpa/lsw)

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