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Gesundheitsminister erwägen Corona-Tests für Rückkehrer

14:02
16.07.2020
Die Gesundheitsminister der Bundesländer erwägen strengere Regeln für Rückkehrer aus stark vom Coronavirus betroffenen Staaten. Nach derzeitiger Rechtslage müssen diese Menschen in Deutschland zunächst in 14-tägige häusliche Quarantäne. Im Gespräch sind nun zusätzlich unter anderem gezielte Corona-Tests.

«Ganz zufrieden bin ich mit der jetzigen Lösung nicht», sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Berlins Ressortchefin Dilek Kalayci (SPD), am Donnerstag nach einer Schalte mit ihren Ressortkollegen der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Umsetzung der Quarantäneregel sei bei den Menschen sehr viel Eigenverantwortung gefragt.

«Meine Befürchtung ist aber, dass sich Rückkehrer nicht daran halten», so Kalayci. «Deshalb haben wir verabredet, zum Beispiel über zielgerichtete Testungen dieses Personenkreises zu sprechen.» Beratungen dazu seien bei einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am kommenden Mittwoch (22. Juli) geplant.

Momentan gilt die Quarantänepflicht für Rückkehrer oder Einreisende aus Staaten außerhalb der EU und des europäischen Wirtschaftsraums. Auch der EU-Staat Luxemburg ist wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen derzeit betroffen.

Zuletzt hatten ungezügelte Sauf-Partys von Urlaubern ohne Maske und Abstand auf Mallorca für Schlagzeilen gesorgt. Spanien gilt indes nicht als Risikogebiet.

(dpa)

Jobsorgen dämpfen Kauflust der Verbraucher

13:58
16.07.2020
Angesichts der Corona-Krise machen sich immer mehr Verbraucher Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Das könnte zum Problem für eine Erholung der Konjunktur werden, wie aus einer am Donnerstag gemeinsam von Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), der New Yorker Denkfabrik The Conference Board und dem Marktforschungsunternehmen Nielsen veröffentlichten Studie hervorgeht.

«Die Corona-Krise hat die Verbraucher in Deutschland in Schockstarre versetzt», fasste das arbeitgebernahe Kölner Wirtschaftsinstitut die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Vor allem die Einschätzung der eigenen Beschäftigungsperspektiven in den kommenden zwölf Monaten sei «geradezu implodiert». Bewerteten im vierten Quartal 2019 noch 58 Prozent der befragtem Bundesbürger ihre Joblage als gut oder sehr gut, so waren es im 2. Quartal 2020 nur noch gut 28 Prozent.

Die Angst um den Job dämpft der Umfrage zufolge die Konsumneigung bei vielen Bundesbürgern. Nur noch 40 Prozent der befragten Verbraucher gaben im zweiten Quartal an, dass derzeit eine gute Zeit für Anschaffungen sei. Zum Vergleich: Vor sechs Monaten waren noch 48 Prozent dieser Meinung. Gerade die Anschaffung von langlebigen Gebrauchsgütern könne aufgrund der eingetrübten Stimmung verschoben werden - zum Leidwesen etwa der Autoindustrie und der Möbelproduzenten, heißt es beim Institut der deutschen Wirtschaft.

Eine Rückkehr zu früheren Konsumniveaus sei deshalb durch die Lockerung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens allein nicht zu erwarten, urteilten die Wirtschaftsexperten. Dazu seien vor allem positive Signale auf dem Arbeitsmarkt und eine zügige Rückkehr auf einen spürbaren Wachstumspfad nötig. 

(dpa)

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