Letztes Update:
20201019123113

Debatte um Fan-Rückkehr: Kretschmann warnt die Clubs

13:11
15.09.2020
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Vereine der Fußball-Bundesliga in der Debatte um die Rückkehr von Zuschauern zu Disziplin gemahnt. Eine Rückkehr von 20 bis 30 Prozent der Fans sei zwar erstmal vorstellbar, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Kretschmann zeigte sich zuversichtlich, dass man eine bundesweite Einigung finde. Aber er sagte auch: «Es muss allen klar sein: Wenn die Vereine nachher nicht in der Lage sind, das auch einzuhalten, dann wird das sofort wieder zurückgenommen. Darüber darf nicht der geringeste Zweifel bestehen.» Es gehe nicht nur um den Aufenthalt in den Stadien, sondern auch um die Zu- und Abgänge sowie den Transport im Nahverkehr. Das seien neuralgische Punkte.

Es handle sich um Probeläufe, sagte Kretschmann. «Die Ansage muss jeder gehört haben und verstehen.» Man werde keine Spiele zulassen, bei denen man Bilder sehe wie beim DFB-Pokalspiel des FC Hansa Rostock am Samstag gegen den VfB. Dabei war es in einem Bereich des Stadions zu massiven Verstößen gegen Corona-Auflagen gekommen.

Am Dienstagnachmittag wollen die Chefs der Staatskanzleien der Länder über eine bundeseinheitliche Lösung zur Fan-Rückkehr beraten, die früher kommen soll als Ende Oktober. Die baden-württembergische Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) plädierte am Dienstag ebenfalls für eine bundesweit einheitliche Lösung. Man dürfe aber nicht nur über den Fußball sprechen, der in den ersten Ligen vor allem von TV-Einnahmen lebe. Andere Sportarten wie Handball und Basketball lebten hingegen zu 80 Prozent von Zuschauereinnahmen. Viele Sportarten kämpften ums Überleben und bräuchten auch eine Perspektive. Auch Eisenmann kritisierte das Spiel in Rostock: «Eng an eng, Schulter an Schulter, ohne Maske - das hat mich nicht überzeugt.» 

(dpa)

Studie: Misstrauen in Corona-Krise auch von Parteipräferenz abhängig

13:03
15.09.2020
Bei der Frage, ob Menschen in der Corona-Krise dem Gesundheitssystem und der Politik der Bundesregierung vertrauen, spielt laut einer Studie der Universität Konstanz auch die Parteinähe eine entscheidende Rolle. Generell schätzt die Bevölkerung die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems als hoch ein. 67,6 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ein «sehr hohes» oder «hohes» Vertrauen haben, im Falle einer eigenen Corona-Erkrankung die notwendige Versorgung zu bekommen, wie der Politikwissenschaftler Marius Busemeyer am Dienstag mitteilte.

Die Zustimmungswerte unterscheiden sich laut Studie aber stark zwischen den Anhängern der Parteien. Während diejenigen, die die Grünen unterstützen, zu 80,4 Prozent dem Gesundheitssystem vertrauen, tun dies nur 44,1 Prozent der AfD-Unterstützer. Bei CDU/CSU beträgt die Quote 79,5 Prozent, SPD 73,8 Prozent, FDP 76,1 Prozent und Linke 75,8 Prozent. Sowohl Besserverdienende als auch ältere Menschen hätten ein besonders hohes Vertrauen in das Gesundheitssystem.

Die Konstanzer Forscher befragten für ihre repräsentative Untersuchung von April bis Mai dieses Jahres 3200 Menschen in Deutschland. Über die Informationspolitik der Bundesregierung herrsche demnach eine größere Unzufriedenheit. Im Bevölkerungsdurchschnitt seien lediglich 48,2 Prozent der Meinung, dass die Bundesregierung «ziemlich» oder «sehr wahrheitsgetreu» informiert habe. Auch bei diesem Thema seien AfD-Anhänger besonders misstrauisch. Nur 11,9 Prozent von ihnen glaubt an «ziemlich» oder «sehr» wahrheitsgetreue Informationslage. Im Gegensatz dazu bringen diejenigen, die den Grünen (69,4 Prozent) oder der CDU/CSU (66 Prozent) nahestehen, der Informationspolitik der Regierung viel Vertrauen entgegen. Bei der SPD sind es 61,1 Prozent, bei der FDP 54,3 und bei den Linken 53,1 Prozent.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen