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Polizei stellt mehrere Hundert Verstöße bei Masken-Kontrolle fest

15:03
14.09.2020
Polizisten waren am Montag an den Haltestellen der Landeshauptstadt und in Bussen und Bahnen unterwegs. Dabei zeigte sich: Längst nicht alle Fahrgäste halten Mund und Nase bedeckt.

Rund 60 Polizeibeamte waren am Montagmorgen in Stuttgart im Einsatz, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu überwachen. Die Bilanz nach sieben Stunden: Mehrere Hundert Menschen trugen entweder gar keine Maske oder hatten sie nicht über Mund und Nase gezogen. In 53 Fällen müssen Personen sogar mit einem Bußgeld rechnen, wie die Polizei mitteilte. Ein Verstoß gegen die Maskenpflicht kann seit dem 1. Juli 2020 mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro geahndet werden.

Kontrolliert wurde an Straßenbahn- und Bushaltestellen sowie am Hauptbahnhof. Außerdem fuhren Polizisten auch in öffentlichen Verkehrsmitteln mit. Größtenteils zeigten sich die Kontrollierten laut Polizei einsichtig. Vereinzelt wurde das Tragen einer Maske aber generell in Frage gestellt. Schüler standen im Gegensatz zu Berufspendlern nicht im Fokus des Einsatzes. «Wir wollen die Schüler nicht verunsichern», sagte Polizeisprecher Stephan Widmann am Morgen. «Wir sprechen sie an, sanktionieren sie aber nicht.»

Auch ansonsten setze die Polizei auf Kommunikation. Es gehe darum, diejenigen, die ihre Maske falsch oder gar nicht aufsetzten, darauf hinzuweisen, wie wichtig in Zeiten von Corona das korrekte Tragen des Mund-Nasenschutzes sei. Sei jemand uneinsichtig, werde auch ein Bußgeldverfahren in Gang gesetzt, so Widmann weiter.

Ab Mittwoch wird die Einhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr auch in den Landkreisen Reutlingen, Esslingen, Tübingen sowie im Zollernalbkreis verstärkt kontrolliert, wie die Polizei in Reutlingen mitteilte. Die Kontrollen sollen auch dazu dienen, die Maskenpflicht wieder verstärkt in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

(dpa)

Bildung in Corona-Zeiten - 1,5 Millionen Schüler zurück auf Schulbank

14:29
14.09.2020
Die Ferien sind vorbei. Am Montag haben Schulen im Südwesten ihren Betrieb wieder aufgenommen. Mehr als 100 000 Kinder hatten ihren ersten Schultag. Neben Deutsch und Mathe hören Schüler nun auch etwas von Begegnungsflächen oder Kohortenprinzip.

Als letztes Bundesland hat am Montag Baden-Württemberg den Schulbetrieb wieder aufgenommen. Nach den Sommerferien begann für die 1,5 Millionen Schüler und 35 000 Lehrkräfte an den 4500 Schulen ein ungewisses Jahr. Der Start stand im Zeichen besonderer Hygienevorschriften wegen der Corona-Pandemie.

Trotz Kritik von Verbänden und Gewerkschaften sieht Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) das Land gut gerüstet. Ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen gilt Maskenpflicht auf sogenannten Begegnungsflächen wie Schulfluren, Aula und Toiletten. Im Unterricht soll auf Masken verzichtet werden. An Grundschulen sind Masken ebenfalls nicht vorgeschrieben.

Die Lehrer müssen auch im Lehrerzimmer eine Maske tragen. Die Corona-Verordnung der Landesregierung schreibt vor, dass an weiterführenden und beruflichen Schulen alle Personen - und damit auch Lehrkräfte - auf Begegnungsflächen eine Mund-Nasen-Bedeckung nutzen müssten.

Das Abstandsgebot an den Schulen gilt indes nicht mehr. Das Kultusministerium setzt stattdessen auf das sogenannte Kohortenprinzip - also Gruppenbildung -, um das Infektionsgeschehen nachvollziehen zu können und möglichst keine ganzen Schulen schließen zu müssen. Schüler mit Vorerkrankung dürfen zu Hause bleiben, müssen aber am Fernunterricht teilnehmen. Nach Angaben des Ministeriums fehlten aber nur rund ein Prozent der Schüler im Präsenzunterricht.

Etwa 102 500 Kinder im Südwesten haben im Lauf dieser Woche ihren ersten Schultag. Die große Mehrheit - 96 300 - startet an einer Grundschule. Damit werden voraussichtlich etwas mehr Mädchen und Jungen an Grundschulen eingeschult als im Vorjahr (94 020), wie das Statistische Landesamt mitteilte. Weitere 4400 Kinder mit besonderem Förderbedarf besuchen sonderpädagogische Zentren. 1800 drücken an einer privaten Freien Waldorfschule die Schulbank.

Im vergangenen Schuljahr wurden von insgesamt 92 910 erstmals schulpflichtigen Kindern 10,5 Prozent zurückgestellt. Dabei wurde der Schulstart für Jungen den Statistikern zufolge deutlich häufiger verschoben als für Mädchen: 12,8 Prozent verglichen mit 8,2 Prozent. Zu den erstmals schulpflichtigen Kindern gehören alle, die bis zum 30. September 2019 das sechste Lebensjahr vollendet hatten.

Bereits zwei Wochen vor dem Schulstart hatten Tausende Schüler im Südwesten an den allgemeinbildenden Schulen wie Grundschulen und Gymnasien sowie an Berufsschulen mit dem Büffeln begonnen. Schwächere Kinder und Jugendliche sollten bei den sogenannten Lernbrücken Wissenslücken aus der Corona-Zeit schließen.

(dpa)

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