Letztes Update:
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29 Mitarbeiter in Heidelberger Firma positiv auf Coronavirus getestet

12:42
24.08.2020
In einer Verpackungsfirma in Heidelberg sind 29 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hat eine Sprecherin des Landratsamts der Deutschen Presse-Agentur am Montag bestätigt. Zunächst war ein Mitarbeiter des Unternehmens positiv auf das Coronavirus getestet worden, woraufhin das Unternehmen den etwa 150 Beschäftigten einen freiwilligen Test anbot. Rund 60 Mitarbeiter wurden getestet, 29 hatten ein positives Testergebnis. Das Gesundheitsamt testet nun die restlichen Mitarbeiter, die Ergebnisse sollen in zwei Tagen vorliegen.

Eine Schließung des Betriebs sei derzeit nicht geplant. Die Personen befinden sich nun in Quarantäne, das Gesundheitsamt ermittelt die Kontaktpersonen. Bisher blieb unklar, wie es zu dem Infektionsgeschehen kam. Die «Rhein-Neckar-Zeitung» hatte zuvor darüber berichtet.

(dpa)

Lucha warnt: Lage im Land ist «überaus fragil» - Beratung in Berlin

12:09
24.08.2020
Es ist nur eine Warnung, aber die Experten und Bürgermeister in Baden-Württemberg sind alarmiert: Denn zum ersten Mal seit Monaten hat eine Kommune eine kritische Marke bei den Corona-Neuinfektionen überschritten. Gesundheitsminister Lucha warnt eindringlich.

Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen wächst in Baden-Württemberg der Druck auf die Politik, strenger gegen Reiserückkehrer vorzugehen und Lockerungen zurückzunehmen. Gemeinsam mit den Ressortkollegen von Bund und Ländern berät Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) an diesem Montag in einer Telefonkonferenz über mögliche Reaktionen auf die Zunahme registrierter Corona-Fälle. Die Lage im Land sei «überaus fragil», sagte er.

Die Minister wollen dabei über verschiedene Maßnahmen sprechen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Morgen aus Kreisen der Gesundheitsminister erfuhr. Dazu zählen auch eine mögliche erweiterte Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Masken in Deutschland und eine Anpassung der Strategie für Corona-Tests. Auch eine mögliche Begrenzung der Größe von Veranstaltungen soll auf die Tagesordnung kommen. In der Frage, ob es neue Obergrenzen für private Feste geben sollte, gibt es bisher keine klare Linie. Eine Vereinheitlichung von Bußgeldern bei Verstößen gegen die Infektionsschutzregeln dürfte ebenfalls zur Sprache kommen, wie es weiter hieß.

Mit Entscheidungen wird zwar nicht gerechnet. Es gilt aber als möglich, dass die Gesundheitsminister Empfehlungen aussprechen für eine Runde der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Donnerstag. Eine mögliche Neujustierung der Infektionsschutzregeln soll erst in diesem Kreis vorgenommen werden.

In Heilbronn werden nach dem Erreichen einer kritischen Marke bei den Corona-Neuinfektionen erste Konsequenzen beraten. Unter anderem sollen Reiserückkehrer als Risikogruppe stärker in den Blick genommen werden. Die Stadt hatte als erste baden-württembergische Kommune seit Monaten die Vorwarnstufe erreicht. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag zuletzt laut Landesgesundheitsministerium bei knapp 39 Fällen auf 100 000 Einwohner. Drastischere Schritte, die bis hin zur weiten Einschränkung des öffentlichen Lebens reichen können, werden aber erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50 ergriffen.

«Diese Entwicklung ist kein Grund zur Panik, aber zur Sorge und erfordert von uns allen besondere Vorsicht», sagte Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel. Rund 80 Prozent der Infizierten seien Reiserückkehrer. «Wir werden uns deshalb auch ganz besonders auf diese Gruppe konzentrieren, sagte Mergel.

Nach Angaben der Stadt leben in Heilbronn sehr viele Menschen mit Wurzeln im Kosovo und auch in Kroatien. «Dort ist die Zahl der Corona-Fälle überdurchschnittlich hoch», sagte eine Sprecherin. Um die Infektionsketten besser nachvollziehen zu können, helfe das Land dem Gesundheitsamt mit zusätzlichem Personal aus.

Die Inzidenz zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage an und wird pro 100 000 Einwohner angegeben. Sie wurde von Bund und Ländern mit Blick auf Kreise und kreisfreie Städte als maßgeblich für neue Einschränkungen in der Corona-Pandemie festgelegt. Bei 50 Fällen in sieben Tagen pro 100 000 Einwohner sollen sofort wieder Beschränkungskonzepte umgesetzt werden.

Indem die Neuinfektionen einer Woche zusammengezählt werden, werden die Schwankungen der täglichen Neuinfektionszahlen weitgehend ausgeglichen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt diese auf die vergangenen 7 Tage summierten Fallzahlen in seinem Lagebericht an. Auf diese Weise lassen sich Trends besser erkennen.

Neben Heilbronn nähern sich auch andere Städte und Landkreise im Südwesten der kritischen Marke von 35 Infektionen auf 100 000 Einwohner, ab der eine Vorwarnstufe gilt. In Ulm liegt die 7-Tage-Inzidenz laut Landesgesundheitsamt bei knapp 29, im Kreis Biberach bei gut 20 Infektionen auf 100 000 Einwohner und in Stuttgart bei 20.

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen sollen alle Landkreise im Südwesten schrittweise über eine Anlaufstelle für Corona-Tests verfügen. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) mitgeteilt. Neben diesen sogenannten Corona-Abstrichstellen der KVBW gibt es zudem mehr als 700 Corona-Schwerpunktpraxen für Patienten mit Corona-Symptomen. Hinzu kommen die Teststationen an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen, die sich in erster Linie an Reiserückkehrer richten.

(dpa)

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