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Gang nach Canossa

07:32
10.04.2018
Auf dem Höhepunkt seiner wochenlangen Entschuldigungstour nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica spricht Facebook-Chef Mark Zuckerberg im US-Kongress. Facebook droht dort eine schärfere Regulierung seines Geschäfts. Zuckerberg gibt sich demütig.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht in seine erste Anhörung im US-Kongress mit weiteren Eingeständnissen schwerer Fehler. Facebook habe das Ausmaß seiner Verantwortung nicht erkannt, erklärte der 33-Jährige in einer vorab veröffentlichten Stellungnahme für einen Ausschuss des US-Abgeordentenhauses. "Es war mein Fehler und das tut mir leid", schrieb Zuckerberg. "Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert." Der Schutz der Nutzer sei wichtiger als die Maximierung der Gewinne, versicherte er. Zuckerberg stellt sich am Dienstag und Mittwoch Fragen im US-Kongress. Zunächst ist er als Zeuge bei einer gemeinsamen Sitzung des Rechts- und des Handelsausschusses im Senat geladen (ab 20.15 Uhr MESZ am Dienstag). Am Mittwoch folgt dann eine weitere Befragung im Ausschuss für Energie und Handel des US-Abgeordnetenhauses (ab 16.00 MESZ). Am Montag zeigte er sich bereits im Kongress und sprach informell mit Abgeordneten. Für Facebook steht bei dem Termin viel auf dem Spiel. Im Kongress braut sich Empörung zusammen, die zu einer schärferen Regulierung im Internet unter anderem beim Datenschutz und damit zu Einschränkungen für das Geschäft des Online-Netzwerks führen könnte. Zuckerberg kann sich auf harte Fragen einstellen: Senatoren und Abgeordnete kündigten bereits an, dass sie den Facebook-Chef hart rannehmen wollen.

Auch seine Entschuldigung in der Vorab-Stellungnahme machte wenig Eindruck. "Er muss eine bessere Antwort haben als nur "Ich habe einen Fehler gemacht", sagte der demokratische Senator Richard Blumenthal aus Connecticut dem "Wall Street Journal". "Er hat nicht einfach Milch auf den Frühstückstisch verschüttet." Das grundsätzliche
Problem sei das Geschäftsmodell von Facebook. Die kalifornische Kongressabgeordnete Anna Eshoo aus dem Silicon Valley will den Missbrauch der Facebook-Plattform durch Propaganda aus Russland im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zur Sprache
bringen. "Das wirft eine moralische Frage auf, weil die Facebook-Plattform zur Waffe gemacht wurde, um unserer Demokratie zu schaden", sagte sie der "San Jose Mercury News". "Ich glaube, dass ein amerikanisches Unternehmen eine Verantwortung gegenüber Amerika hat."

dpa

Wissenschaftler sollen Fake-News untersuchen

13:58
09.04.2018
Mark Zuckerberg will offenbar mit guten Nachrichten vor den US-Kongress treten: In einem Facebook-Post kündigt er schon heute an, eine unabhängige Kommission einzusetzen, die den Einfluss von Social Media auf Wahlen und demokratische Willensbildung untersuchen soll. Dabei ginge es Facebook sowohl darum, das Wissen anerkannter Wissenschaftler einzusetzen, als auch darum, in Zukunft Verantwortung zu zeigen. Facebook arbeite dazu mit verschiedenen US-Organisationen zusammen, die Forschungsfragen definieren würden. Im Anschluss würde sie in einem wissenschaftlichen Peer-Review-Prozess unabhängige Wissenschaftler aussuchen, die diese Forschungsfragen bearbeiteten. Dazu garantiert das soziale Netzwerk "Zugang" zu seinen Quellen - das Adjektiv "vollständig" steht da allerdings nicht. 


Gabriella Bassu

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