Letztes Update:
20200629142836

So erklärt sich die Polizei die Sturmmasken

13:46
29.06.2020
Immer wieder ist in Schilderungen der Polizei die Rede von Sturmmasken, die in der Stuttgarter Krawallnacht von Randalierern getragen wurden und auch in den Videos, die kursieren, sind Personen, die solche Tragen, erkennbar. Dieser Umstand heizt Spekulationen in sozialen Netzwerken an, da ja niemand ohne Absichten im Hinterkopf mit Sturmmasken aus dem Haus gehe: War die Entfesselung der Gewalt doch nicht so spontan, wie von den Behörden dargestellt? Gibt es vielleicht doch Verbindungen zu den Demonstrationen, die sich an besagtem Samstag zuvor ereignet hatten?

Die Stuttgarter Polizei hat dafür eine ganz andere Erklärung. "Viele der beteiligten jungen Männer führten sogenannte Bandanas wegen des Infektionsschutzes mit sich", sagt Monika Ackermann, eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Stuttgart. Die Kleidungsstücke erfreuen sich vor allem in der Hip-Hop-Kultur großer Beliebtheit und könnten leicht mit Sturmmasken verwechselt werden.

Allerdings seien bei den Ausschreitungen auch richtige Sturmmasken genutzt worden. "Wir sehen keinen Zusammenhang, dass das etwas mit den Demos zu tun hätte", sagt Ackermann. Vielmehr glaubt sie, das Mitführen der Masken einiger Beteiligter habe unpolitische kriminelle  Hintergründe. Allgemein hätte die Maskenpflicht der Polizei die Arbeit erschwert - da es für die Randalierer einfach gewesen sei, sich so zu vermummen.

sma

Gewerkschaft fordert Schlagstöcke für taktische Einheiten

13:37
29.06.2020
Als Reaktion auf die Krawalle in der Stuttgarter Innenstadt hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in einer Pressemitteilung eine Verbesserung der Ausrüstung der taktischen Einheiten der Polizei gefordert. Sie schlug vor, die Ordnungshüter mit so genannten Einsatz-Mehrzweckstöcken auszurüsten. Außerdem verlangte Andreas Heck "eine angemessene monetäre Erschwerniszulage für die stehenden Einheiten im Land". Heck ist stellvertretender Landesvorsitzender der GdP Baden-Württemberg.

Andreas Heck hatte sich am Wochenende mit dem GdP Bezirksgruppenvorsitzenden des Polizeipräsidiums Einsatz Uli Müller in der Innenstadt umgesehen, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen, wie es in der Mitteilung heißt. Das Ergebnis ist laut GdP nicht gerade beruhigend. Heck schildert seine Beobachtung von mehreren Hundert jungen Menschen am Eckensee: Demnach waren dort "hauptsächlich soziale Randgruppen, davon sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund, viele erheblich alkoholisiert und eben nicht Personengruppen der vielzitierten Eventszene.“

Es habe verbale Provokationen aus der Menschenmenge gegen die Polizisten gegeben. "Diese wurden von den Einsatzkräften mit einer Engelsgeduld ertragen", wird Uli Müller zitiert. Die aggressive Grundstimmung  und großer Personalaufwand bei der Personenkontrolle sind aus Sicht der GdP nicht hinnehmbar. Man könne den großen Kräftebedarf nicht in den nächsten Wochen aufrechterhalten. Einige Kollegen seien bereits vier Nachtdienste in Folge im Einsatz. Andere hätten bis zu 75 Stunden in der Woche gearbeitet, heißt es weiter. 

reb

Möchten Sie Inhalte von Drittanbietern wie Facebook oder Instagram entdecken?
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
nachladen