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Corona-Pandemie lässt Stromverbrauch sinken

12:57
02.04.2020
Der Produktionsstillstand in vielen Werken, geschlossene Läden und leere Büros haben den Stromverbrauch in Deutschland spürbar sinken lassen. Während zu Beginn der Coronavirus-Pandemie zunächst nur moderate Rückgänge gemessen wurden, habe der Stromverbrauch in den vergangenen rund zwei Wochen deutlich abgenommen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag mit.

In der vergangenen Woche sei der Stromverbrauch um 7,4 Prozent niedriger gewesen als in der ersten Märzwoche. Betrachte man die ersten drei Tage der laufenden Woche, betrage der Rückgang sogar 8,7 Prozent. Da viele Menschen im Homeoffice arbeiteten, sei zwar von einem erhöhten Stromverbrauch in privaten Haushalten sowie an Internetknoten und Rechenzentren auszugehen. Durch den weggefallenen Stromverbrauch der Industrie werde dieser Anstieg jedoch überkompensiert.

In anderen europäischen Ländern wirkten sich die Folgen der Corona-Pandemie auf den Stromverbrauch zum Teil deutlich stärker als in Deutschland aus, berichtete der Energieverband weiter. In Italien habe der Verbrauch in den ersten drei Tagen der laufenden Woche 30 Prozent unter dem zu Monatsbeginn gelegen. In Frankreich betrage der Rückgang 20 Prozent, in Spanien 19 Prozent und in den Niederlanden 18 Prozent.

(dpa)

Foto: Nölke

Hubschrauber der DRF Luftrettung mit Isoliertrage ausgerüstet

12:52
02.04.2020
Ein auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden stationierter Hubschrauber der DRF Luftrettung hat eine Isoliertrage zum Transport von Corona-Patienten erhalten. Intensivmedizinisch betreute und beatmete Patienten könnten so schnell in ein Krankenhaus gebracht werden, teilte die Luftrettungsorganisation zur Übergabe der Ausrüstung am Donnerstag in Rheinmünster mit.

Der Patient liegt auf der Trage unter einer durchsichtigen Abdeckung. Durch luftdichte Zugänge kann er behandelt werden. Ein Vorteil sei die Sicherheit der Besatzung vor einer Infektion. Außerdem sei nach dem Flug keine aufwendige Desinfektion des Hubschraubers nötig. Nach Angaben der DRF Luftrettung sollen in nächster Zeit acht weitere Stationen mit den jeweils 40 000 Euro teueren Tragen ausgestattet werden, darunter die in Stuttgart.

(dpa/lsw)

Stagnierende Corona-Zahlen bieten im Elsass

12:40
02.04.2020
Im Raum Mulhouse im Elsass gibt es vorsichtigen Anlass zum Optimismus, dass die Zahl der schweren Corona-Erkrankungen stagnieren könnte. Man habe mehrere Tage hintereinander sinkende Notrufzahlen und weniger neue Patienten in der Notaufnahme registriert, so ein Vertreter der Krankenhausgruppe GHRMSA in Mulhouse.

Noch sei unklar, ob dies nur eine Verschnaufpause sei. Es sei daher wichtig, weiterhin soziale Kontakte zu meiden.

In der Region herrscht bis Mitte April eine strengere Ausgangssperre als auf der deutschen Rheinseite: Am Mittwoch wurde ein 20 Jahre alter Autofahrer zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er dreimal hintereinander ohne zwingenden Anlass mit dem Auto unterwegs war und kontrolliert wurde.

Die Situation bleibe angespannt, so Notfallmediziner Marc Noizet: In den letzten Wochen hätten sich knapp 300 Beschäftigte im Gesundheitswesen in der Region angesteckt. Außerdem fehle es nach wie vor an Schutzausrüstung und mittlerweile auch an Medikamenten.

Die Region ist in ganz Frankreich am stärksten von der Corona-Epidemie betroffen, seit sich Ende Februar bei einem freikirchlichen Großevent viele Menschen angesteckt und das Virus verbreitet hatten. Der Pastor der Gemeinde, Samuel Peterschmitt, hat sich nun zu Wort gemeldet und Anfeindungen und Stigmatisierungen gegen seine Gemeinde beklagt: Es gebe Gewaltandrohungen und Unwahrheiten, die die Gemeinde gefährden, so Peterschmitt. Man sei selbst Opfer der Krankheit geworden und habe Todesfälle in der Gemeinde zu beklagen.

Großveranstaltungen ab 5000 Personen waren in Frankreich vor einem Monat verboten worden, rund eine Woche nach dem Treffen in Mulhouse, an dem rund 2500 Menschen teilgenommen hatten. 

Ralf Deckert

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