Trotz weiterer Fälle von Corona-Infektionen in Pflegeeinrichtungen und sozialen Diensten des Landes sollten Heime nach Ansicht von Gesundheitsminister Manne Lucha neue Bewohner aufnehmen können, sofern sich die Häuser absichern. «Ich bin gegen einen grundsätzlichen Aufnahmestopp», sagte der Grünen-Minister den «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung» (Donnerstag). «Aber dann muss sichergestellt werden, dass da niemand in eine Pflegeeinrichtung kommt, der eine Infektion mitbringt.»
Nach einer Infektionswelle in einem Wolfsburger Heim mit mehr als 20 Toten hatte die niedersächsische Landesregierung eine Sperre für neue Bewohner in allen Pflegeheimen verordnet. «Die Einschränkung von sozialen Kontakten, Besuchsverbote und die konsequente und frühzeitig Isolierung von Erkrankten ist das einzige Mittel, was uns derzeit im Kampf gegen Corona zur Verfügung steht», hatte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) die Entscheidung verteidigt.
Auch Besuche in den Einrichtungen sind verboten. Das ist allerdings auch in Baden-Württemberg der Fall.
Zuletzt hatten unter anderem die Ketten-Infektionen in einer Pflegeeinrichtung für Senioren in Giengen an der Brenz für Aufsehen gesorgt. Dort hatten sich mindestens 20 Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt.
Das neue Coronavirus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion. Während das Virus für junge und gesunde Menschen in der Regel keine große Gefahr darstellt, hat die Erkrankung bei älteren Patienten oft schwere Folgen.
(dpa/lsw)