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20200430184122

Steuererleichterungen für gemeinnützige Vereine in Corona-Krise

12:31
15.04.2020
Gemeinnützige Einrichtungen, die sich in der Coronavirus-Krise engagieren, müssen sich künftig mit weniger Steuervorschriften plagen. So könnten etwa gemeinnützige Vereine bei Finanzlücken nun leichter auf eigentlich zweckgebundene Rücklagen zurückgreifen, teilte das Finanzministerium am Mittwoch mit. Verluste in einem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Betrieb könnten zudem mit Mitteln aus dem steuerbegünstigten Bereich ausgeglichen werden. Und wenn Vereine zum Beispiel Kranken oder Gefährdeten mit dem Einkauf helfen, das aber eigentlich nicht ihrem Satzungszweck entspricht, verlieren sie dadurch ihre Steuerbegünstigung nicht.

Auf das neue Steuer-Hilfspaket hätten sich Baden-Württemberg, die anderen Länder und der Bund verständigt, teilte das Ministerium weiter mit. Diverse Steuererleichterungen waren zuvor schon beschlossen worden. «Damit haben wir in kurzer Zeit das größte Hilfsprogramm im Steuerrecht aufgelegt, das es jemals gab», sagte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne).

(dpa/lsw)

John Thys/AFP Pool/AP/dpa

Kleine Schritte, viele Tests: EU will einheitliche Linie bei Corona

12:23
15.04.2020
Ausgangssperren, Flanierverbote, geschlossene Geschäfte: Bei der Einführung der Beschränkungen gegen die Pandemie machte in der EU jeder seins. Nun sollen die 27 zumindest den Weg zurück gemeinsam gehen - findet Brüssel.

Eine Öffnung in kleinen Schritten, enge Absprachen mit den EU-Partnern - und testen, testen, testen: Diese gemeinsame Strategie zur Lockerung der Corona-Auflagen haben Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Ratschef Charles Michel den 27 EU-Staaten empfohlen. Es handele sich um eine «sehr schwierige Aufgabe», sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel.

Die überall in der EU verhängten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen hätten entscheidend geholfen, die Zahl der Coronavirus-Infektionen zu begrenzen. Nach Einschätzung der EU-Kommission wurden so Millionen Menschenleben in Europa gerettet. Denn ohne Beschränkungen könne jeder Infizierte vier bis sechs andere Personen anstecken, erläuterte ein EU-Beamter.

Die Veröffentlichung der EU-Strategie sei auch kein Signal, dass die Auflagen bereits aufgehoben werden könnten, betonte von der Leyen. Die Empfehlungen sollten nur ein Rahmen für die Entscheidungen der EU-Staaten sein.

Diese hatten bei Einführung der Beschränkungen weitgehend auf eigene Faust gehandelt und zum Beispiel mit strikten Grenzkontrollen für Ärger bei den Nachbarn und Lieferverzögerungen im EU-Binnenmarkt gesorgt. Nun sollten sie sich aus Brüsseler Sicht zumindest für den Weg zurück auf eine Linie einigen.

Ob die EU-Staaten mitmachen, ist offen. Einige haben bereits eigene Schritte eingeleitet oder konkret angekündigt.

Die EU-Strategie nennt drei wesentliche Voraussetzungen für den Beginn der Öffnung: eine spürbare Verlangsamung der Ausbreitung des Virus, genügend Krankenhaus- und Intensivbetten und die Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus wirksam zu überwachen, zum Beispiel mit großangelegten Testreihen und technischen Hilfsmitteln wie Smartphone-Apps.

Für die Öffnung selbst empfiehlt die EU ein Vorgehen in kleinen Schritten unter strenger Kontrolle der Auswirkungen. Die Staaten sollten im Kleinen beginnen, also in Dörfern oder Städten, und dies dann regional ausweiten. Risikogruppen wie ältere Menschen sollten länger geschützt werden. Infizierte mit leichten Symptomen sollten unter Quarantäne bleiben.

Politisch empfiehlt die Strategie eine schrittweise Rücknahme von Sonder- und Notstandsrechten der Regierungen sowie eine schrittweise und koordinierte Aufhebung der innereuropäischen Grenzkontrollen. In einem zweiten Schritt sollten dann die Einreisebeschränkungen für Nicht-EU-Bürger gelockert werden.

Von der Leyen machte allerdings deutlich, dass sie nicht mit einem schnellen Ende der Grenzkontrollen in Europa rechne, sondern nur «auf lange Sicht». Deutschland zum Beispiel will die Kontrollen nach Angaben aus Sicherheitskreisen um weitere 20 Tage verlängern.

Zum Tragen eines Mundschutzes gab von der Leyen keine eindeutige Empfehlung ab. Dies könne helfen, die Verbreitung des Coronavirus zu reduzieren. Sehr wichtig sei jedoch, dass dies nicht andere Hygienemaßnahmen ersetze, sagte die CDU-Politikerin.

Um die Pandemie wirklich zu beenden, sei die Entwicklung eines sicheren und wirksamen Impfstoffs unerlässlich, heißt es in dem EU-Papier weiter. Um dafür Geld zu sammeln, kündigte von der Leyen für den 4. Mai eine internationale Online-Geberkonferenz an.

(dpa)

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