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Text AOK ermöglicht Fernbehandlung per Telefon oder Video

06:33
10.04.2020
Um die Arztpraxen während der Corona-Krise zu entlasten, ermöglicht die AOK Baden-Württemberg vorübergehend auch Fernbehandlungen über das Telefon oder per Video. Wie die Krankenkasse mitteilte, ist die Öffnung für die Fernbehandlung Teil mehrerer Sofortmaßnahmen, die mit dem Hausärzteverband und dem MEDI-Verbund beschlossen wurden. Die Behandlungen per Telefon oder Video sind seit März und zunächst bis zum 30. Juni möglich. Besonders geeignet für solche Telefon- oder Videosprechstunden seien ärztliche Gespräche etwa zu Krankheitsanamnese und Therapieverlauf oder die Beratung des Patienten – soweit dabei etwa körperliche Untersuchungen nicht nötig seien.

Auch die Techniker Krankenkasse erlaubt derzeit eine solche Behandlung per Telefon und Video, um Ärzte im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Daneben gebe es noch weitere Maßnahmen - so seien beispielsweise auch Geburtsvorbereitungskurse per Videotelefonie möglich.

Das Coronavirus sorgt auch für eine höhere Nachfrage beim Telemedizinangebot «docdirekt». «Wir beobachten deutlich mehr Anrufe», sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, die das Angebot betreibt, kürzlich in Stuttgart. Die «docdirekt»-Beratung per Telefon oder Videochat wird seit gut einem Jahr für Kassenpatienten im Südwesten angeboten. Sie richtet sich an Menschen, die in Baden-Württemberg wohnen oder sich dort aufhalten - und aus unterschiedlichen Gründen nicht in eine Praxis gehen können. 

(dpa/lsw)

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Donnerstag, 9. April

Corona-Dunkelziffer in Freiburg fünfmal höher als Fallzahl?

18:58
09.04.2020
In und um Freiburg sind mittlerweile knapp 1600 mit dem Coronavirus infiziert, bis Donnerstag waren 51 Todesfälle registriert.

Wie viel diese Zahlen über die tatsächliche Verbreitung des Virus in der rund 500.000 Menschen zählenden Raumschaft aussagen, ist aber offen, wie Pressesprecher Matthias Fetterer vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald betont: „Wir müssen davon ausgehen, dass auf jeden labordiagnostizierten Fall mindestens fünf weitere dazu kommen könnten, die mit schwachen oder gar keinen Symptomen überhaupt nicht merken, dass sie das Virus in sich tragen“.

Gerade auch wegen der Dunkelziffer appelliere man daher an die Bevölkerung, sich an Ostern zurückzuhalten, auch mit Feiern im familiären Bereich oder mit Wanderungen und Radtouren zu sogenannten „Hotspots“, an denen sich viele Menschen treffen. „Die Verordnungen von Bund und Land lassen da zwar Einiges zu“, sagt Fetterer. „Aber nicht alles, was man tun darf, muss man auch tun. Die Devise lautet also nach wie vor: Abstand halten“.

Im angrenzenden Departement Haut Rhin im südlichen Elsass, wo rund 750.000 Menschen leben, waren den Behörden zufolge bis Mitte der Woche über 500 Todesfälle allein in den Kliniken in Colmar und Mulhouse zu beklagen. Knapp 120 Patienten wurden noch intensivmedizinisch behandelt. Das Coronavirus hat sich in der Region seit Ende Februar deutlich stärker verbreitet als in der Nordschweiz und in Südbaden. Die Ausgangsregelungen für die Bevölkerung sind entsprechend deutlich strenger als in Deutschland: So wurde beispielsweise für das Osterwochenende im ganzen Departement ein Sportverbot im Freien zwischen 11 und 19 Uhr verhängt. Wer ohne Grund draußen erwischt wird, zahlt beim ersten Mal 135 Euro Strafe, beim zweiten Mal 200 Euro und beim dritten Mal 3.750 Euro. Für das Osterwochenende sollen die Polizeikontrollen der Ausganssperre verstärkt werden. auch im Raum Freiburg hat die Polizei verstärkte Kontrollen zu Ostern angekündigt, beispielweise auf Straßen, die gern von Motorradfahrern für Ausflüge genutzt werden. auch hier drohen im Zweifelsfall bei Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz empfindliche Geldbußen.

In Basel und dem Kanton Baselland, wo zusammen rund 460.000 Menschen leben, sind mittlerweile über 1.550 Erkrankungen registriert worden, und bis Mittwoch waren 54 Corona-Tote zu beklagen. Um größere Menschenansammlungen am Osterwochenende zu unterbinden, hat die Polizei am Rheinufer und in den Parks Absperrgitter bereitgestellt, um im Fall des Falles Sicherheitsmaßnahmendurchsetzen zu können.

Ralf Deckert

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