Ein führender italienischer Anti-Mafia-Ermittler warnt vor der sich verschärfenden Korruption im Gesundheitswesen durch die Corona-Krise. "Pandemien, wie auch zum Beispiel Naturkatastrophen und Finanzkrisen, waren immer eine willkommene Gelegenheit für Mafia-Gruppen, weil sie schwierige Zeiten in Chancen verwandeln können", so Staatsanwalt Nicola Gratteri aus Catanzaro, der Regionalhauptstadt Kalabriens. Es habe auch früher viele Fälle von Korruption im Gesundheitssektor gegeben.
Während die erste Corona-Welle Süditalien weitgehend verschont gelassen hatte, hat die zweite Welle seit dem Herbst auch die Regionen dort erfasst. Seither sorgen Berichte über die Einflussnahme der 'Ndrangheta aus Kalabrien und anderer Mafia-Gruppen für Schlagzeilen in dem Mittelmeerland. Gratteri weist darauf hin, dass das Problem aus seiner Sicht nicht nur Italien betreffe.