Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder vertagen eine Entscheidung über das weitere Vorgehen an den Schulen. "Bund und Länder werden auf der nächsten Konferenz darüber beraten, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich in Hotspots reduziert werden können". Das nächste Gespräch für den 25. November geplant. Der Bund hatte zuvor verschärfte Maßnahmen an Schulen vorgeschlagen, wie eine Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer auch im Unterricht und eine Halbierung der Klassen. Damit konnte er sich zunächst aber nicht durchsetzen.
Nach Einschätzung von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wird an den Schulen nicht genug getan. "Das Problem in den Schulen ist in Deutschland immer unterschätzt worden", sagt er auf dem "Süddeutsche Zeitung Wirtschaftsgipfel". Die Infiziertenzahl bei den 10- bis 19-Jährigen sei derzeit ungefähr zehnmal so hoch wie während der ersten Corona-Welle im Shutdown. Natürlich sei es auch denkbar, dass sich diese Kinder bei ihren Eltern infizierten, "aber die Studien zeigen, dass sich Kinder in erster Linie untereinander infizieren in der Schule und dann ihre Eltern infizieren", so Lauterbach.