Letztes Update:
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17:17
04.09.2020
Die Frage nach der Quarantäne-Dauer bei Corona-Verdachtsfällen muss nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder von der Wissenschaft beantwortet werden. "Entscheidend sind gesicherte medizinische Erkenntnisse", sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur in München. Die bayerische Staatsregierung führe intensive Gespräche mit Virologen in Bayern. "Damit wollen wir uns langfristig auf die Gefährdungslage im Herbst vorbereiten und die Teststrategie flexibel weiterentwickeln." Er sei grundsätzlich dafür, den Kurs größtmöglicher Vorsicht beizubehalten. "Wir wägen immer ab, sagen aber klar: In Bayern gilt Safety first."

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16:42
04.09.2020
Der Berliner Virologe Christian Drosten hat seine Vorschläge für den Umgang mit Corona-Infizierten und Verdachtsfällen präzisiert. In einer Mail an die Deutsche Presse-Agentur ging er auf einen von ihm vorgeschlagenen "Notfallmodus" für den Fall ein, "wenn die Gesundheitsämter die Fallverfolgung nicht mehr leisten können, die Inzidenz steigt, und deshalb ein Lockdown unausweichlich erscheint".
Die Gesundheitsämter sollen sich dann laut Drosten auf sogenannte Quellcluster konzentrieren, also auf Gruppen, in denen sich ein Infizierter angesteckt haben könnte. "Ich führe den Begriff 'Abklingzeit' ein, weil in dieser Notfallsituation ein Quellcluster weitgehend unbestätigt isoliert wird und man einfach annimmt, dass die meisten Mitglieder infiziert sind", schreibt Drosten. "Ich empfehle hier das Vorgehen wie bei der Einzelisolation: Fünf Tage Isolierung, danach Testung." Er empfehle die kurze Zeit von fünf Tagen, weil in Quellclustern die meisten Infizierten zu einem einzigen Zeitpunkt infiziert worden seien.
Personen mit Verdacht auf eine Infektion müssen derzeit 14 Tage in Quarantäne. Dazu schreibt Drosten: "Derzeit läuft eine Diskussion auf EU-Ebene, ob man die 14 Tage auf 10 Tage reduzieren kann. Ich denke, das geht. Ich kann mir auch vorstellen, dass man sogar noch ein paar Tage weiter reduzieren kann, zum Beispiel auf sieben Tage." Man könne sich ausrechnen, welchen Anteil derjenigen Personen, deren Infektion während der 14-tägigen Quarantäne ausbricht, man dann verpasst. "Wie viele verpasste Infektionen man zulassen will, ist eine politische Entscheidung."