Die großen Fraktionen im Europaparlament haben an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, klare Regeln zur Koppelung von EU-Geldern an Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen. Ohne eine Lösung der Streitfrage könne der nächste EU-Haushaltrahmen nicht beschlossen werden, heißt es in einem Brief von Christdemokraten, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen. Der Punkt ist Teil der Haushaltsverhandlungen der EU-Länder mit dem Europaparlament, die am Donnerstag beginnen sollen.
Dabei geht es um das Mitte Juli von den EU-Staats- und Regierungschefs vereinbarte Billionen-Paket: 1074 Milliarden Euro für den Haushaltsrahmen 2021 bis 2027 und 750 Milliarden Euro für ein Corona-Wiederaufbauprogramm. Beschlossen wurde auch ein sogenannter Rechtsstaatsmechanismus, der aber sehr schwammig ist und unterschiedlich ausgelegt wird. Die EU-Kommission will, dass Mitgliedsstaaten nur dann Geld aus Brüssel bekommen, wenn sie gemeinsame EU-Werte wie Freiheit von Justiz und Medien einhalten. Im Visier sind Länder wie Ungarn und Polen, denen Verstöße vorgeworfen werden.