UPDATE | Die Universitätsmedizin Halle hat in der Arena Leipzig ein aufwendiges Konzertexperiment mit Popsänger Tim Bendzko zu Großveranstaltungen in der Pandemie durchgeführt. Für die Studie "Restart-19" wurden drei Konzertsituationen simuliert: Eine wie vor Beginn der Corona-Krise, eine mit etwas mehr Sitzabstand zwischen den Zuhörern und eine mit einer Distanz von 1,50 Meter zwischen den Menschen. "Es geht um ein evidenzbasiertes Vorgehen", erläuterte Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät an der Uni Halle das Konzept. Großveranstaltungen sind in Deutschland wegen der Pandemie noch bis mindestens Ende Oktober untersagt. Das trifft die Kultur, aber auch den Sport. Gekle und seine Forscher suchen nach Wegen, um von diesem pauschalen Verbot wegzukommen.
Das Experiment begann am Morgen mit einem aufwendigen Check-in. Bei allen Teilnehmern wurde vor Betreten der Halle Fieber gemessen. Zudem wurden sie mit sogenannten Contact Tracern ausgestattet, die ihre Kontakte registrieren sollten. Sensoren verfolgten die Laufwege. Dazu wurde fluoreszierendes Desinfektionsmittel eingesetzt um sichtbar zu machen, welche Flächen besonders oft angefasst werden. "Wir untersuchen Risikokonstellationen", sagte Studienleiter Stefan Moritz. Er rechne in sechs bis acht Wochen mit ersten Ergebnissen.
Die Forscher hatten eigentlich auf etwa 4200 freiwillige Teilnehmer gehofft. Am Ende wurde es nur ein Drittel. Doch auch mit den 1400 Probanden ließen sich valide Daten generieren, hieß es. Popstar Bendzko zog am Ende ein positives Fazit. Er habe erwartet, dass sich das Ganze etwas steriler und mehr wie eine Versuchsanordnung anfühlen würde: "Aber das hat uns richtig Spaß gemacht."