Experten haben erneut auf eine begrenzte Testkapazitäten in der Corona-Pandemie hingewiesen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) können in Deutschland, zwar mittlerweile rund 1,2 Millionen Proben pro Woche untersucht werden. Diese Zahl beschreibe aber nur die maximale Kapazität, sagte der Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, der Wochenzeitung "Zeit". "Die können wir nur kurzfristig zur Verfügung stellen, nicht dauerhaft."
Müller warnte vor einer falschen Priorisierung der Kapazitäten. "Die Politik möchte immer, dass wir noch viel mehr testen", sagte Müller. "Man muss sich aber fragen, ob das sinnvoll ist." So würden Testkapazitäten zum einen etwa dort verbraucht, wo es nicht unbedingt der Eindämmung der Pandemie diene. Zum anderen gebe es immer wieder falsche Ergebnisse, bei denen ein Test trotz Infektion negativ ist und Menschen unwissentlich andere infizieren.