Führende Virologen - darunter Christian Drosten, Jonas Schmidt-Chanasit und Melanie Brinkmann - schreiben in einer Stellungnahme der
Gesellschaft für Virologie: "Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen." Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre demnach kontraproduktiv für das kindliche Wohlergehen und die Erholung der Wirtschaft. Für eine wirksame Unterdrückung der Virusausbreitung in der Gesamtgesellschaft bleibe es weiterhin Grundvoraussetzung, die
Viruszirkulation in den Schulen niedrig zu halten.
Die Experten schlagen zum Beispiel vor, die Klassengrößen abhängig von der Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. Zudem sollten feste Kleingruppen definiert werden mit möglichst geringer Durchmischung im Schulalltag. Die Wissenschaftler sprechen sich außerdem "aus alleiniger virologischer Sicht", wie es einschränkend heißt, für das
"konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts" aus. Wichtig ist aus Sicht der Virologen auch, dass
"pragmatische Lösungen für einen verbesserten Luftaustausch" in den Schulen gefunden werden.