Nach Einschätzung des Protestforschers Peter Ullrich ist unklar, ob die Protestbewegung gegen die Corona-Auflagen Bestand hat. "Wir haben das jetzt mit einer Bewegung zu tun, die seit einigen Monaten existiert", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das sei aus Sicht der Protestforschung "kein besonders beeindruckender Befund". Es bleibe abzuwarten, ob diese heterogene, spontane Bewegung eine langfristige gemeinsame Basis finde, so Ullrich. Rechte Kader spielten eine wichtige Rolle und bildeten Allianzen mit anderen politischen Milieus. Präsent seien auch Verschwörungsgläubige. Diese unterschiedlichen Gruppen könnten sich bei diesem Thema treffen "in ihrer Wissenschaftsfeindlichkeit, in ihrer Fiktion, dass man selbst den Volkswillen zum Ausdruck bringt".
Grundsätzlich merkte Ullrich zu den Demonstrationsteilnehmern an: "Dieses Milieu ist ja dadurch gekennzeichnet, dass es totalen Vertrauensverlust zu sämtlichen gesellschaftlichen Institutionen gibt. Nicht nur staatliche Institutionen, eben auch Wissenschaft, Zivilgesellschaft und so weiter." Es gebe auch viel Aggressivität gegen Umstehende, Journalisten und Drohungen etwa gegen Polizisten, man werde sie zur Rechenschaft ziehen, wenn die Bewegung die Macht erlangt habe. Ullrich sprach von einer "extrem rechten Selbstermächtigungsfantasie".