Bei der Frage, ob Menschen Lockerungen in der Krise befürworten oder ablehnen, spielt laut einer Studie der Uni Konstanz vor allem das Vertrauen in staatliche Institutionen eine Rolle. Eindämmungsmaßnahmen würden eben nicht von Virologen und Epidemiologen ergriffen, sondern vom Staat, schreiben die Autoren Claudia Diehl und Felix Wolter in dem am heute veröffentlichten Papier. "Und wer dem Staat generell nicht traut oder der Ansicht ist, er solle den BürgerInnen möglichst wenig Einschränkungen auferlegen, möchte sich von ihm wahrscheinlich auch den Besuch von Clubs oder Festivals nicht verbieten lassen."
Die unterschiedlich starke individuelle Betroffenheit spiele in der Diskussion um Lockerungen dagegen nur bedingt eine Rolle, heißt es in der Auswertung der Studie weiter. "Die Haltung zur Lockerung pandemiebedingter Beschränkungen wird weniger dadurch bestimmt, ob jemand daraus wirtschaftliche oder familiäre Folgen für sich selbst oder die Gesellschaft befürchtet." Wer in den Maßnahmen aber eine Grundrechtseinschränkung für sich und die Gesellschaft sehe, sei für Lockerungen.