Angesichts der Corona-Auflagen greift das
Stuttgarter Schauspiel zu einer ungewöhnlichen Alternative: In dem neuen Stück "
Black Box" betreten
keine Schauspieler die Bühne. Vielmehr übernimmt das
vielstöckige Gebäudegewerk die Hauptrolle, die nackten Treppenhäuser und Lichtbühnen, die Lobby, der Zuschauerraum und die Werkstätten.
Über Kopfhörer werden die Zuschauer
im 5-Minuten-Takt alleine und
sekundengenau durch das Haus geleitet, während die
Gedanken der Maskenbildnerin und der Dramaturgin, des Theaterarztes und des Malers sie
begleiten.
Nach einem 90-minütigen Gang durch das Gebäudelabyrinth steht der Besucher schließlich im Zentrum des Theatergeschehens: im
Scheinwerfer auf der Bühne. "Das Stück ist unsere Liebeserklärung an das Theater in schwierigen Zeiten", sagt Intendant Burkhard Kosminski nach der Premiere des "Phantomtheaters für 1 Person". Regisseur Stefan Kaegi vom Label Rimini Protokoll hat "Black Box" als Kamerafahrt für den Theaterbesucher inszeniert.