Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble wirbt unter dem Eindruck der Corona-Pandemie dafür,
die 1999 gestartete Währungsunion zu einer Wirtschaftsunion auszubauen. Es brauche "heute den Mut, den wir in der Krise 2010 nicht hatten, um endlich zu mehr Integration in der Eurozone zu kommen", schreibt
der frühere Bundesfinanzminister in einem Gastbeitrag für die "
Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Wir dürfen
die Chance nicht wieder verpassen."
Die aktuelle Diskussion greife "entschieden zu kurz, weil sie vorrangig um Aspekte der Finanzierung kreist, etwa darum, ob die geplanten Hilfsmittel als Zuschüsse oder als Kredite fließen", kritisiert Schäuble. "Wir sollten sie aber viel stärker um die Frage führen, was wir konkret machen wollen, um Europa gemeinschaftlich voranzubringen."