Letztes Update:
20210102013048

07:20
28.06.2020
Nach der staatlichen Rettung der Lufthansa rechnet Großaktionär Heinz Hermann Thiele damit, dass die Sanierung der deutschen Fluglinie "fünf bis sechs Jahre" dauern wird. "Das wird für alle Beteiligten ein schmerzhafter Weg", sagte Thiele in einem Interview der "Bild am Sonntag". Aber: "Wie schmerzhaft, das kann heute keiner sagen." In jedem Fall gehe es darum, "die Lufthansa zukunftsfähig zu machen". Dazu werde das Management einen Restrukturierungsplan entwerfen.
"Aufgrund der umfangreichen Kredite, die verzinst und getilgt werden müssen, reichen Personal- und Sachkostenreduzierung nicht aus", sagte Thiele weiter. "Es müssen auch Beteiligungen von Tochtergesellschaften auf den Prüfstand. Man muss sich alles anschauen, was nicht für den absoluten Kernbetrieb für die nächsten Jahre erforderlich ist", so der der Großaktionär.

Foto: Federico Gambarini/dpa

06:59
28.06.2020
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck fordert angesichts der Corona-Pandemie schnelle Eingriffsmöglichkeiten bei Infektionskrankheiten auf nationaler und internationaler Ebene. So müsse etwa die Weltgesundheitsorganisation gestärkt werden, sagte Streeck in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Seiner Meinung nach sollte es "ein Emergency Response Team der WHO" geben. "Eine Einheit, die weltweit Infektionen eindämmen kann."
Auch für Deutschland wünscht er sich "eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten". Diese solle ein Verband sein, der national agiere, "nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder". Für sinnvoll hält er, einen solchen Verband "beim Robert-Koch-Institut anzudocken". Dieser solle eigenes Eingreifpersonal haben und auch auf das Technische Hilfswerk zurückgreifen können. Bei der Pandemie-Bekämpfung in Deutschland hatte es immer wieder Diskussionen um ein bundeseinheitliches Vorgehen gegeben. Alleingänge einzelner Länder, etwa bei Lockerungen der Schutzmaßnahmen, waren wiederholt in die Kritik geraten.