Letztes Update:
20210102013048

14:58
25.06.2020
Die SPD lehnt einen Immunitätsnachweis für das Coronavirus vorerst weiter ab. Dies sei "völlig undenkbar", solange eine Immunität wissenschaftlich nicht gesichert sei und auch nicht anders als durch gezielte Ansteckung erlangt werden könne, schreibt Parteichefin Saskia Esken bei Twitter. Fraktionsvize Bärbel Bas sagt: "Eine Immunität ist nach wie vor nicht nachweisbar, sie kann und darf daher auch nicht dokumentiert werden. Alles andere wäre leichtsinnig." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Pläne für einen Corona-Immunitätsnachweis im Mai auch nach Protesten der SPD vorerst zurückgezogen. Er hat den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme dazu gebeten, der nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" heute erstmals darüber beraten wollte.

14:24
25.06.2020
Die EMA-Empfehlung für das Medikament Remdesivir wertet der an Studien beteiligte Münchner Mediziner Clemens Wendtner als Lichtblick für Corona-Patienten. "Auch wenn Remdesivir noch nicht das Allheilmittel ist, so ist die heutige Empfehlung der EMA für eine Zulassung der Substanz ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Covid-19", sagt der Chefarzt der Klinik für Infektiologie an der München Klinik Schwabing. 

14:16
25.06.2020
Welche Corona-Mittel außer Remdesivir noch erforscht werden:
Weltweit wird mit Hochdruck nach Medikamenten gegen die Corona-Erkrankung Covid-19 gesucht, Dutzende klinische Studien dazu laufen bereits. Viele der Mittel wurden eigentlich für andere Krankheiten zugelassen oder erforscht. Mitte Juni berichteten Forscher, der Entzündungshemmer Dexamethason könne die Sterberate bei schweren Covid-19-Verläufen um bis zu einem Drittel senken. Darauf wiesen vorläufige Ergebnisse einer klinischen Studie hin. Allerdings sind die Resultate bislang weder von Experten begutachtet noch in einem Fachjournal veröffentlicht. Forscher der Universität Oxford hatten sie in einer Pressemitteilung vorgestellt. Die WHO feierte die Ergebnisse dennoch als "Durchbruch".  Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), spricht von einem "Hype". "Es ist schon sehr bemerkenswert, dass eine reine Pressemitteilung dazu führt, dass in Großbritannien diese Substanz zur Behandlung in der Intensivmedizin zugelassen wird, ohne dass überprüfbare und valide Daten publiziert worden sind."
Intensiv erforscht wurde das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin, das in die Schlagzeilen geriet, weil US-Präsident Donald Trump es mehrfach angepriesen hatte. Im Juni stoppten Forscher eine internationale Studie dazu unter Leitung der WHO. Das Mittel habe die Sterblichkeit von schwer erkrankten Patienten nicht reduziert. Andere Präparate wurden etwa gegen HIV (Lopinavir, Ritonavir) oder Grippe (Faviparir, ATR-002) entwickelt und sollen ebenfalls die Vermehrung von Sars-CoV-2 hemmen. Untersucht werden auch Wirkstoffe, die die problematische Überreaktion des Immunsystems abbremsen oder die Lungenfunktion verbessern. Ein weiterer Ansatz besteht in der Behandlung mit Antikörpern. Die können etwa synthetisch hergestellt werden oder von Menschen stammen, die die Erkrankung überstanden haben.