Der größte deutsche Schlachtbetrieb Tönnies will die Werkverträge "in allen Kernbereichen der Fleischgewinnung" bis Ende 2020 abschaffen. Die Mitarbeiter sollen in der Tönnies-Unternehmensgruppe eingestellt werden, wie das Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück mitteilt. Außerdem solle für die Arbeiter eine digitale Zeiterfassung an allen deutschen Standorten eingeführt werden. Tönnies reagiert damit auf die Kritik an dem System, mit Werkverträgen die Lohnkosten zu drücken. Das Bundeskabinett hatte als Konsequenz aus früheren Corona-Ausbrüchen in der Branche Ende Mai beschlossen, Werkverträge weitgehend zu verbieten - also dass die Ausführung von Arbeiten bei Subunternehmern eingekauft wird. Das Schlachten und Verarbeiten von Fleisch soll ab 1. Januar 2021 nur noch mit Arbeitnehmern des eigenen Betriebes zulässig sein.
Tönnies will nach eigenen Angaben zudem ausreichenden und angemessenen Wohnraum für die Beschäftigten der Unternehmensgruppe an den Standorten schaffen. Auch dieser Punkt soll möglichst bis zum 1. Januar 2021 umgesetzt werden. "Wir wollen auch in Zukunft in Deutschland Fleisch produzieren. Dafür brauchen wir die gesellschaftliche Akzeptanz", sagt Clemens Tönnies als Mitinhaber.