Der SPD-Vorsitzende
Norbert Walter-Borjans kritisiert die Arbeitsbedingungen in der Schlachtbranche scharf und rechtfertigt höhere Fleischpreise. "Die
Fleischindustrie hat ein System aufgebaut, in dem Arbeitskräfte wie Glieder einer Lieferkette behandelt werden: Alles muss möglichst billig sein", sagt er dem
Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Alles ist dem Gewinnstreben und der Effizienz untergeordnet -
Hauptsache, am Wochenende gibt es Steak im Sonderangebot."
Die
Politik habe die Aufgabe, gute Arbeitsbedingungen und artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten. "Natürlich verteuert das die Produkte", sagt Walter-Borjans. "Deshalb gehört zur Lösung dazu, dass Klein- und Mittelverdienende mehr Geld in der Tasche haben - durch
faire Löhne und ein gerechtes Steuersystem." Wenn sie ihren Lebensstandard nur sichern könnten, "weil Osteuropäer in unseren Schlachthöfen oder Näherinnen in Bangladesch für unsere Textilien ausgebeutet werden, dann läuft etwas gewaltig schief".