Letztes Update:
20210102013048

11:14
13.06.2020
Ärztepräsident Klaus Reinhardt dringt angesichts der Pandemie auf weitere Verbesserungen der Krisenmechanismen. "Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, damit wir für ein mögliches Wiederaufflackern der Corona-Infektionen und für künftige Epidemien gut gerüstet sind", sagt der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. Die Krise habe gezeigt, dass engere europäische Vernetzung und Abstimmung nötig seien. Das gelte für Meldestrukturen, technische Plattformen von Corona-Apps, Vorräte an Schutzausrüstung und das Entwickeln von Medikamenten und Impfstoffen.
"In Deutschland hat die Politik vieles richtig gemacht", sagt Reinhardt. "Trotzdem müssen wir auch hier Strukturen reformieren." Die Zuständigkeiten von Bund und Ländern in Krisenzeiten seien klar zu regeln. "Wir brauchen ein vernetztes System von Krisenstäben, das dauerhaft auf Standby geschaltet ist." Nachzuhalten sei zudem, dass Bund, Länder, Kommunen und öffentliche Einrichtungen Pandemiepläne regelmäßig aktualisierten und zu Übungszwecken scharf schalteten.

11:02
13.06.2020
Das erstmalige Ende landesweiter Kontaktbeschränkungen stößt in Thüringen selbst auf Kritik. Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) kritisiert diesen Schritt als "verfrüht". Die Verordnung sei mutig, sagte er in einer Videobotschaft zum Wochenende. "Nur ist das eine Art Mut, dessen Nachbar der Leichtsinn ist." Zwar wird in der neuen Verordnung empfohlen, sich mit nicht mehr als einem weiteren Haushalt oder zehn weiteren Menschen zu treffen; eine Pflicht dazu gibt es aber nicht mehr. Nitzsche sagt: "Das halten wir für falsch."
Die Stadt Jena war in der Pandemie bundesweit Vorreiter in Sachen Maskenpflicht gewesen. Es sei zwar gut, die Eigenverantwortung der Bürger zu stärken, betont Nitzsche. Er befürchte aber, dass Corona-Leugner und Masken-Gegner die neuen Freiheiten ausnutzen werden.

Foto: Martin Schutt/dpa