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Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archiv

13:57
12.06.2020
UPDATE | In Italien nimmt die juristische Aufarbeitung der Corona-Krise mit landesweit mehr als 34.000 Toten Fahrt auf. Die Staatsanwaltschaft der heftig betroffenen Stadt Bergamo befragte Ministerpräsident Giuseppe Conte heute. Italienischen Nachrichtenagenturen zufolge, sollten Gesundheitsminister Roberto Sperenza und  Innenministerin Luciana Lamorgese als Zeugen zu den Abläufen am Anfang des Virus-Ausbruchs aussagen. Die Ermittler aus der Lombardei untersuchen mögliches Missmanagement der Krise. 
Italien rätselt noch, was die Ausbreitung der Krankheit im wirtschaftlich starken Norden so beschleunigt hat. Bei der Untersuchung geht es besonders um die Frage, warum die Gemeinden Alzano Lombardo und Nembro in der Provinz Bergamo nicht zu Sperrzonen erklärt wurden. Das Gebiet entwickelte sich im März zu einer Hochburg der Pandemie. Die Bilder von Militärfahrzeugen, die mit Särgen von Corona-Toten beladen waren, gingen um die Welt. Hinterbliebene haben rund 50 Anzeigen gegen Unbekannt gestellt, weil sie Behördenfehler vermuten.   

00:49
11.06.2020
Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sorgt sich um den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika. Die Lage auf der Südhalbkugel sei "dramatisch", vielen Ländern dort fehlten für die Gesundheitsversorgung und für Impfungen breiter Bevölkerungsteile schlicht die Mittel, sagt Montgomery der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Hier muss die Weltgesundheitsorganisation dringend einspringen." Montgomery fordert, dass die Mitgliedsstaaten der WHO daher mehr Geld zur Verfügung stellen müssten.
Der SPD-Politiker Karl Lauterbach sagt der Zeitung, dass die WHO "finanziell und personell ausgeblutet" sei. "Wir dürfen nicht warten, bis (US-Präsident Donald) Trump und (Chinas Präsident) Xi (Jinping) nicht mehr streiten und die USA wieder einsteigen. Die anderen Länder müssen ihre Beiträge sofort aufstocken."