Letztes Update:
20220408130521

Tag 756

09:34
08.04.2022
Die Halsschmerzen sind heute besser, der Husten wird dafür heftiger. Noch immer bin ich total kaputt, aber viele Bewegungsmöglichkeiten hätte ich in meinem Isolationslager ohnehin nicht: um das Bett herum genau einen Meter. Dafür gibt es ein Fenster, aus dem ich ins Freie schauen kann. In punkto Essen bin ich auf den gesunden Rest der Familie angewiesen. Manchmal dauert es auch eine ganze Weile, bis meine Bitten nach etwas Essbarem erhört werden. Hat es aber geklappt, wird es mir kontaktlos  vor die Tür gestellt, und ich hole das Mahl - beispielsweise formschöne und leckere Pfannkuchen mit Marmelade - dann ins Krankenzimmer. Was aber funktioniert sind Fragen der Kinder: „Kannst Du mal meine Jogginghosen waschen?“, rufen sie laut an der geheimnisvollen Tür, hinter der ich zurzeit lebe (die Kinder vermuten sicher, dass ich mir hier ein schönes Leben mache). Leider kann ich das nicht, wenn ich nicht meine Viren überall verteilen will. Deshalb wird der Nachwuchs per Videoanruf angeleitet, die Waschmaschine zu bedienen. Wenigstens ein positiver Effekt des Ganzen. 

Eva Baumgartner

Tag 755

08:27
07.04.2022
Nun hat es auch mich erwischt. Mein Test ist positiv. Wahrscheinlich habe ich mich im Auto angesteckt, als ich mit dem kranken Nachwuchs zum PCR-Test gefahren bin. Vorsorglich hatte ich mich zwar danach vom Rest der Familie isoliert, aber offenbar zu spät. Hoffentlich bleiben wenigstens die übrigen Vier verschont. Zumindest sind sie heute Morgen noch negativ. Ich selbst bin jedoch heute aufgewacht, als hätte ich einen nächtlichen Kampf mit Thor hinter mir, der mir mit seinem Riesen-Hammer Mjölnir ordentlich auf den Kopf geschlagen hat. Einen Kampf, den ich definitiv verloren habe und nach dem ich nun sehr schlapp, dazu mit Halsschmerzen und Husten, ausharre. Mal sehen, wie es hier weitergeht. Nun sind schon zwei Zimmer zur Krankenstation geworden.

Eva Baumgartner

Tag 754

11:54
06.04.2022
Nach einer Nacht mit viel Husten geht es dem isolierten Nachwuchs heute viel besser. So gut, dass wieder konkrete Essenswünsche mehrfach kommuniziert werden. Mal ist es Hunger auf dies, Durst auf das - der Papa muss ziemlich oft die Treppe hoch und runter flitzen, denn ich habe mich vorsorglich auch isoliert und zurückgezogen, um den Rest nicht zu gefährden, da ich den meisten Kontakt zum infizierten Nachwuchs hatte. Doch Hauptsache, die Stimmung bessert sich, denn unser Kind war anfangs ziemlich erschüttert, nun von einer Infektion betroffen zu sein. Verständlich: Haben wir doch über zwei Jahre alle Abstands- und Hygieneregeln befolgt - teils intensiver, als verlangt. Auch unsere Kinder wollten und wollen noch immer im Unterricht Maske tragen, weil sie sich sonst nicht sicher fühlen.

Eva Baumgartner