Auch in diesen Zeiten - während der aktuell wieder dringend empfohlenen Heimarbeit - müssen Lehrgänge zum Brandschutz- und Evakuierungshelfer stattfinden. Freilich, normalerweise leben diese Seminare von praktischen Übungen: In vielen Firmen rückt beispielsweise ein spezielles Team an, das Büronachbauten im Freien aufstellt, diese in Brand setzt und die Teilnehmer auffordert, die Flammen möglichst fachmännisch zu löschen. Wie läuft das Ganze also derzeit im Homeoffice ab? Bringen Mitarbeiter vor laufender Kamera und unter den Augen der übrigen Teilnehmer das Frittierfett in der heimischen Küche zur Explosion oder setzen ihr Schlafzimmer in Brand? Evakuieren sie zunächst Kinder und Haustiere, um sich dann heldenmutig den Feuerlöscher zu schnappen und ordentlich Pulver oder Schaum auf die Flammen zu bringen? Mitnichten. Diese wichtigen Ausbildungen müssen zwar auch in Pandemie-Zeiten regelmäßig stattfinden, doch auch mittels einer Videokonferenz könnte die Brandbekämpfung erfolgreich gelernt werden, verspricht der Seminarleiter – und zeigt in einem der Filme, dass beispielsweise ein Tannenbaum innerhalb von drei Sekunden lichterloh brennen kann und nur noch die Flucht ins Freie möglich ist. Das Löschen (inzwischen mindestens der ganzen Wohnung) sei dann nur noch durch die Feuerwehr möglich. Auf praxisnahe Übungen müssen die Teilnehmer also derzeit verzichten, doch für den Ernstfall, der hoffentlich nie eintritt, sind sie auch mit Theorieeinheiten und Filmen bestens gerüstet. Und die Praxis, so der Seminarleiter, werde schnellstmöglich nachgeholt.
Eva Baumgartner