Die Ostereinkäufe sind längst erledigt, doch auf dem Weg zur Arbeit will ich noch „schnell“ in einen Drogeriemarkt im Mannheimer Stadtteil Waldhof flitzen. Daraus wird nichts. Die Kunden werden am Eingang nicht gezählt, deshalb laufe ich guten Gewissens schnell hinein - und lege dann völlig unvorbereitet nach den ersten Schritten eine Vollbremsung ein: Drinnen stehen zwischen 30 und 40 Personen dicht an dicht in einer langen Schlange - eine Kasse ist kaputt. Und immer mehr Besucher strömen hinein. Eindeutig zu voll - und ganz gewiss lassen sich hier keine Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Nur kurze Zeit später spreche ich mit der Pächterin eines Cafés, die den Kuchen nur zum Mitnehmen verkaufen und keine Gäste an Tischen bewirten darf. „Dabei habe ich so viel Platz und ein Hygienekonzept“, sagt sie. Warum sich nur wenige hundert Meter weiter die Menschen in Drogerie und Supermarkt drängeln, ihre Türen aber geschlossen bleiben müssen, kann sie nicht verstehen. Auch wir drücken ihr und allen Gastwirten - ebenso allen anderen gebeutelten Branchen - so sehr die Daumen, dass sie endlich wieder öffnen dürfen.
Eva Baumgartner