Heute freue ich mich riesig: Ich habe einen Frisörtermin. Und tatsächlich bin ich - wie nach dem Lockdown im vergangenen Jahr an Tag 53 dieses Blogs - die erste Kundin im Salon. Denn der Laden öffnet wegen eines Seminars erst heute. Friseurin Rebecca und ich sind jedenfalls beide glücklich: Sie darüber, dass sie wieder Kunden empfangen darf, und ich, weil ich nach über drei Monaten wieder eine Frisur bekomme. Doch trotz aller Freude über die Öffnung hat Rebecca nicht nur Grund zum Jubeln: Sie wartet noch immer auf die Corona-Soforthilfe für den Dezember. Den Bescheid, dass sie Geld bekommen soll, hat sie schon. Auch eine kleine Anzahlung. „Aber ich verdiene seit fast drei Monaten kein Geld, und Ausgaben habe ich trotzdem jede Menge.“ Ihren Mitarbeitern auf 400-Euro-Basis hat sie noch den Lohn für Dezember bezahlt, ebenso den Januar - vom Ersparten aus eigener Tasche. Doch nun herrscht Ebbe auf dem Konto. Für die Wiedereröffnung muss sie Waren bestellen: „Aber wovon soll ich das alles bezahlen?“, fragt sie sich. Sie bestellt - und arbeitet nun bis in den Abend, um Geld zu verdienen. Sie hofft, dass die Soforthilfe so schnell wie möglich kommt - denn für sie trägt die finanzielle Unterstützung den Namen bislang zu Unrecht.
Eva Baumgartner