Bei mir steht ein Corona-Test auf dem Programm. Ich bin schon den ganzen Morgen gespannt, wie alles abläuft. Vor Ort werde ich dann überrascht: Ich bin die einzige Person, die entlang der Absperrbänder den ausgeschilderten Weg geht, die erwartete Warteschlange gibt es nicht. Ich komme deshalb direkt dran. „Ist das Ihr erster Test?“, fragt mich der nette Herr am Abstrichfenster. Und ich glaube, unter seiner Maske ein leichtes Grinsen zu erkennen. Oder bilde ich mir das nur ein? Egal. Er liegt jedenfalls völlig richtig: Es ist mein erster Corona-Test. Er sitzt am längeren Hebel, beziehungsweise hat das lange Wattestäbchen. Und dieses muss zunächst ganz hinten an den Rachen. Kein schönes Gefühl - und ich kann nichts gegen den Würgereiz tun. „Keine Sorge, das ist ganz normal“, redet der Herr mir Mut zu. Sagt dann jedoch: „Aber jetzt muss das Stäbchen noch tief in die Nase. Atmen Sie langsam durch den Mund weiter.“ Ich atme tief, und der nette Mann bohrt umso tiefer. Ich versuche, nach unten zu blicken: Vom Stäbchen ist gefühlt kaum noch etwas zu sehen. Ich überlege gerade, ob er nicht bald mein Gehirn erreicht - da zieht er das Stäbchen wieder heraus. Geschafft. Das Ganze dauert weniger als eine Minute. „Wir kontaktieren Sie nur, wenn der Test positiv ist“, erfahre ich. Ich hoffe, ich höre nichts.
Eva Baumgartner