Nächste Woche startet für unsere Jüngsten der Präsenzunterricht im Wechselmodell. Die Großen müssen weiterhin zuhause lernen: Aus einer Mail der Schulleitung erfahren wir bereits, dass sie dann womöglich weniger zu tun haben werden. „Es wird den Kolleg/innen schon alleine vom Zeitaufwand her nicht möglich sein, ihre Unterrichtsangebote im bisherigen Umfang weiter anzubieten“, heißt es da. Gleichzeitig bedankt sich die Schulleitung „für Ihr Verständnis“. Für die emsigen Kollegen unter den Lehrkräften ist das Pensum mit gleichzeitigem Wechselunterricht, Präsenz- und Distanzunterricht sicher kaum leistbar. Dafür haben wir tatsächlich Verständnis. Wobei es schon jetzt Lehrer gibt, die gleichzeitig Präsenzunterricht (für die Abschlussklassen) und tollen Distanzunterricht machen. Wir haben das Homeschooling jetzt monatelang mitgetragen - und gesehen, was viele Lehrer geleistet haben: Sie haben Erklär-Videos gedreht, Konferenzen und Sprechstunden durchgeführt, persönliche Rückmeldungen gegeben und sogar zuhause angerufen. Kein Verständnis haben wir für einen nicht unerheblichen Teil der Lehrkräfte: Dieser hat lediglich ab und zu zusammenhanglose Arbeitsblätter - oft ohne jegliche Erklärung - in das virtuelle Klassenzimmer gestellt und diese - wenn überhaupt eine Abgabe gefordert war - weder korrigiert noch eine Rückmeldung dazu gegeben. Noch immer gibt es Lehrkräfte, die seit dem ersten Lockdown vor fast einem Jahr keinen einzigen Auftrag eingestellt haben. Da sind wir kein Einzelfall, auch viele andere Eltern haben uns das schon berichtet. „Machen die jetzt noch weniger als nichts?“, schreibt mir eine Mutter angesichts der aktuellen Mail. Es ist frustrierend, doch wie in diesen Zeiten vielerorts: Es gibt Menschen, die nach Kräften unglaublich viel leisten. Und leider auch viele, die sich schon viel zu lange ausruhen.
Eva Baumgartner