Für unseren Jüngsten kommt die frühere Öffnung der Frisörläden zu spät: Er trägt jetzt eine Kappe. Weil ihn die Mähne gestört hat und er sich schon Zöpfe flechten konnte, willigte er ein, sich von seinem Papa die Haare schneiden zu lassen. Besser gesagt: scheren zu lassen. Wie vereinbart wurde dabei der längste Aufsatz auf dem Gerät befestigt. Verschwiegen wurde allerdings, dass dieser Aufsatz die Haare auf eine Länge von 1,7 Zentimeter kürzt. Durchweg, ohne Stufen, Pony oder sonstige Abwechslung auf dem Kopf. Tabula rasa sozusagen, auch wenn es sich hierbei nicht wie bei den alten Römern um eine glatte Tafel, sondern um einen fast kahlen Kindskopf handelt. Einen ungeliebten Neuanfang ohne Rücksicht auf Verluste. Deshalb trägt unser Jüngster seine Kappe nun seit Wochenbeginn auch zuhause im Wohnzimmer. Und hofft, dass die Haare schnell wieder wachsen.
Eva Baumgartner