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Tag 323

13:02
30.01.2021
Die Kinder jubeln. „Oma hat den Piks“, rufen sie begeistert, als sie das Foto sehen, auf dem das älteste Mitglied unserer Familie endlich die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhält. Der Ablauf klappt hervorragend. Aufgrund ihres Wohnortes muss sie ins Impfzentrum nach Darmstadt, wohin ich sie begleite. Die Parkplatzsuche läuft wie am Schnürchen. Und zahlreiche Schilder weisen uns den Weg zum Eingang. Wir stellen uns auf eine lange Warteschlange ein, werden aber angenehm überrascht, dass wir direkt in die aufgestellten Zelte eintreten dürfen. Zuerst desinfizieren wir die Hände, dann kontrolliert ein Mitarbeiter, ob wir tatsächlich einen Termin haben. Anschließend schickt er uns weiter zum nächsten Fenster, wo sein Kollege alle Termin-Dokumente und auch den Personalausweis begutachtet und uns weitere Papiere gibt, die wir am nächsten Haltepunkt ausfüllen sollen. Dort muss sich meine Schwiegermutter in einen auf dem Boden aufgemalten Bereich stellen und den Mundschutz herunterziehen. Ihre Körpertemperatur wird überprüft. Drei Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Ein großer Bildschirm gibt grünes Licht zum Weitergehen. Dann bin ich dran. Als wir diese Station passiert haben, heißt es wieder Hände desinfizieren. Dann müssen wir alle übrigen Dokumente an Stehtischen ausfüllen. Zwei Mitarbeiter überprüfen alles und schicken und zum nächsten Fenster. Hier kontrolliert der nächste Mitarbeiter aus dem Impfteam die nun vollständigen Dokumente und lässt sich die Krankenkassen-Karte geben. Nach erneutem Desinfizieren geht es durch den Bereich mit den Arztgesprächen. Dann stellen wir uns wieder an, werden nach wenigen Minuten aufgerufen. Dutzende Mitarbeiter laufen umher. Ein medizinischer Fachangestellter prüft nochmals alle Unterlagen. Schickt uns zur weiter. Wieder Hände desinfizieren. Wir kommen zum Impfbereich. An einem weiteren Fenster nimmt eine Ärztin alle Dokumente entgegen, stellt Fragen: „Wie fühlen Sie sich heute?“, will sie wissen. „Perfekt“, antwortet meine Schwiegermutter. Die Ärztin erkundigt sich nach Medikamenten, möchte wissen, ob es weitere Fragen gibt. „Kann ich am Montag wieder meine fünf Kilometer gehen?“, fragt meine Schwiegermutter. „Bestimmt, Sie merken ja, wie Sie sich fühlen. Der Arm kann noch schmerzen, aber das klappt bestimmt“, sagt die Ärztin. Dann führt uns ein weiterer Mitarbeiter in eine von etwa zehn Kabinen. Schon kommt die Ärztin mit der Spritze und legt los. Die eigentliche Impfung dauert nur wenige Sekunden. Ein kurzes Foto, und wir treten wieder aus der Kabine. In einem Wartebereich sitzen wir rund 15 Minuten, bis wir den Impfpass mit dem Aufkleber des Biontech-Pfizer-Vakzins wieder bekommen. „Der Arm tut etwas weh, sonst ist alles bestens“, stellt meine Schwiegermutter fest. 51 Minuten, nachdem wir aus dem Auto gestiegen sind, verlassen wir das Impfzentrum auf der Rückseite. Der zweite Termin ist schon ausgemacht. „Erst dann hat Oma den sicheren Impfschutz“, erklären wir den Kindern. Die freuen sich schon sehr, wenn sie Oma dann wieder „richtig“ besuchen können - und nicht nur an der Haustür oder mit Maske sehen.

Eva Baumgartner