Das Material für Coronavirus-Tests in niedersächsischen Laboren wird knapp. „Die Reagenzien gehen zur Neige“, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Detlef Haffke. Die Labore bemühten sich, Nachschub zu bestellen, doch dies sei angesichts der weltweiten Nachfrage schwierig. Reagenzien sind chemische Stoffe mit denen die Tests durchgeführt werden.
Materialien, mit denen Ärzte Abstriche nehmen, seien noch genügend vorhanden. Derzeit müssen Patienten, die befürchten, sich mit dem neuartigen Virus angesteckt zu haben, in Hannover laut Haffke bis zu zwei Tage auf ein Ergebnis warten. Im ländlichen Raum dauere dies nur bis zu einem halben Tag.
Angesichts steigender Test-Zahlen ist ein sogenanntes Drive-In-Testzentrum von der Innenstadt in Hannover auf das Messegelände verlegt worden. Dort fahren Menschen mit dem Auto vor, um Abstriche nehmen zu lassen. Die Termine spricht der Hausarzt ab, an den sich Patienten mit dem Verdacht einer Infektion telefonisch gewandt haben. Das Drive In sei einmalig in Niedersachsen, weil es in Hannover und der Region landesweit die meisten Verdachtsfälle gebe, sagte der KVN-Sprecher. Das Modell stamme aus Südkorea. Sechs Ärzte nehmen auf bis zu zehn Fahrbahnen Abstriche, pro Mediziner sind es vier bis sechs Abstriche pro Stunde.