Wegen möglicher massiver Corona-Beschränkungen bis in den Sommer hinein hält der Tourismusverband Niedersachsen eine Verschiebung der Sommerferien nach hinten für denkbar. „Für diese Ausnahmesituation und für den Fall könnte das eine Lösung sein“, sagte der Vorsitzende Sven Ambrosy am Mittwoch. „Wenn jetzt auch noch komplett die Sommerferien ausfallen sollten, ist das eine ganz große Katastrophe für Tourismusgebiete wie hier an der Nordsee.“
Damit nahm Ambrosy Bezug auf Aussagen von Ärztepräsident Klaus Reinhardt. „Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können“, hatte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch) gesagt.
Gleichzeitig wandte sich Ambrosy mit dem einem Sechs-Punkte-Sofortprogramm an das Wirtschaftsministerium in Hannover. „Wir wollen ein Offensivprogramm für Investitionen, weil nach der Corona-Krise der Tourismus teilweise sogar wieder aufgebaut werden, zumindest aber gestärkt werden muss.“
Auch für die Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes, Carola Schmidt, wäre das Szenario des Ärztepräsidenten eine Katastrophe: „Das ist bisher Gott sei Dank nur eine Einzelaussage und ich möchte mir das nicht vorstellen, was das hier bedeutet. Das würde einen Großteil unserer Betriebe in die Insolvenz bringen.“ Mit Blick etwa nach Österreich habe der Verband aber eher die Hoffnung, dass Lockerungen folgten. „Klar müssen wir uns damit abfinden, dass es bestimmte Beschränkungen geben wird, Hygienevorgaben, Abstandregelungen in Restaurants, Hotels et cetera. Aber da sehe ich nicht das Problem, dass man das umsetzen kann“, so Schmidt.