"Die anfängliche Angst hat sich gelegt, 95 bis 100 Prozent der Baustellen sind wieder offen", so Jean-Marc Kieffer, Präsident des Groupement des Entrepreneurs, zwei Wochen nachdem die Arbeit am Bau wieder aufgenommen wurde.
Der Start sei wohl leicht holprig gewesen, mittlerweile werde wieder normal gearbeitet und man könne sagen, dass die Vorschriften überall eingehalten werden. Dennoch sollte noch mehr getestet werden, schon allein deshalb, weil die Hälfte der Infizierten keine Symptome zeigen, so der Unternehmerpräsident am Montag bei RTL.
Der Verlust sei noch nicht zu beziffern, die Branche leide generell unter niedrigen Gewinnmargen von um drei Prozent, die Zwangspause von einem Monat habe großen Schaden hinterlassen. Kieffer schätzt, dass 5 bis 10 Prozent zusätzliche Kosten entstehen. Damit arbeite man teilweise mit Verlust.
Dass einzelne Akteure ihren Kunden die zusätzlichen Kosten in Rechnung gestellt hätte, sei verfrüht gewesen, so Kieffer. Dennoch könne man als Unternehmer nicht auf dem Schaden sitzen bleiben. Pro Arbeiter entsehen seiner Einschätzung nach 30 Euro zusätliche Kosten am Tag. Unter dem Strich müssten die Kunden sich wohl oder übel auf deren Verrechnung einstellen.
Kollektivurlaub
Was den Sommerurlaub im Bausektor (Congé collectif) angeht, so wolle man diesen in normalen Jahren nicht in Frage stellen. 2020 sei jedoch ein Ausnahmejahr. Man werde in nächster Zeit mit den Gewerkschaften in Verhandlungen treten, um für das laufende Jahr eine für beide Seiten vertretbare Lösung zu finden. Zur Debatte könnte eine Verlängerung der Zeitspanne, innerhalb derer der Urlaub genommen werden kann, stehen.