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20200519144319

EZB: Corona-Pandemie lässt Konjunktur im Euroraum abstürzen

19:57
30.04.2020
Die Corona-Pandemie stürzt die Eurozone nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in eine schwere Rezession. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach am Donnerstag von einem Konjunkturabschwung „in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit, wie wir es zu Friedenszeiten noch nicht gesehen haben“. Das Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum könnte nach Einschätzung der Notenbank in diesem Jahr um fünf bis zwölf Prozent schrumpfen. Bereits im ersten Quartal, das nur teilweise von Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beeinträchtigt war, schrumpfte die Wirtschaft im Euroraum um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der deutliche Rückgang der ökonomischen Aktivität im April lasse einen noch stärkeren Einbruch im zweiten Quartal erwarten, sagte Lagarde.

dpa

Portugal startet am Montag „vorsichtigen“ Lockdown-Ausstieg

19:55
30.04.2020
Nach Ende des sechswöchigen Ausnahmezustands zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden in Portugal am Montag erstmals wieder zahlreiche Läden öffnen dürfen. Ministerpräsident António Costa gab am Donnerstagabend einen detaillierten Drei-Phasen-Plan zum „schrittweisen und vorsichtigen“ Ausstieg aus dem Lockdown bekannt. Costa appellierte an jeden Einzelnen, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.
Ab Montag dürfen in Portugal zunächst kleinere Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 200 Quadratmetern wieder öffnen, darunter Buch-, Friseur- und Schuhläden sowie Autohäuser. Man darf außerdem wieder im Freien Sport treiben. In einer zweiten Phase, die am 18. Mai beginnt, werden alle Läden mit Flächen zwischen 200 und 400 Quadratmetern den Betrieb wieder aufnehmen können. Auch Cafés, Kneipen und Restaurants sowie Schulen und Tagesheime sollen dann wieder öffnen. Aber die Eltern werden entscheiden dürfen, ob ihre Kinder weiter zu Hause bleiben sollen oder nicht.
Ab dem 1. Juni, dem Beginn von Phase drei, werden die großen Läden, die Einkaufszentren sowie Kinos, Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen wieder Besucher empfangen dürfen - allerdings mit deutlich reduziertem Gästevolumen. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen bleiben derweil mindestens bis Ende Mai untersagt, Homeoffice bleibt - überall dort, wo möglich - Pflicht. Konkrete Pläne zur Wiederaufnahme des Tourismus gibt es vorerst nicht.
Der am 18. März ausgerufene Ausnahmezustand geht in Portugal am Samstag zu Ende. Im Vergleich zu anderen Ländern Europas kam das Land bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle lag am Donnerstag bei rund 25 000. 989 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

dpa